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Full text: Jahresbericht 1962

Jahresbericht Nr. 17/1962 
- Seite 16 
Barentssee bis an die Küste Kanadas und der Ausdehnungsprozeß ist noch nicht 
beendet. Neue Fanggebiete werden in Zukunft erschlossen werden müssen, ins 
besondere da ergiebige Fanggründe durch die Ausweitung der Fischereigrenzen 
verschiedener Länder der deutschen Seefischerei verloren gegangen sind. So 
werden chemisch-hydrographische Untersuchungen in immer weiter entfernten 
Seegebieten auch für uns erforderlich. Wissenschaftler der Abteilung Meeres 
kunde nahmen häufig an Reisen der Fischereiforschungsschiffe teil, die heu 
te alle über hydrographische Laboratorien und andere Einrichtungen, die der 
physikalisch-chemischen Meeresforschung dienen, verfügen. Lern Nährstoffhaus 
halt des Meeres wurde dabei besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Loch sind, im 
ganzen gesehen, unsere Kenntnisse über die Verknüpfung hydrographischer Fak 
toren mit dem Verhalten der Fische noch recht unzureichend. 
Die Nutzung des Meeres als Rohstoffquelle steht ebenfalls erst in den An 
fängen. Zwar beträgt die Salzgewinnung etwa 2 Millionen Tonnen im Jahr, und 
auch Mangan und Brom werden mit mehreren hunderttausend Tonnen aus dem Meer 
gewonnen, doch fehlen für die übrigen mehr als 40 im Meerwasser vorhandenen 
chemischen Elemente noch geeignete Extraktionsmethoden. 
Die Ölvorräte, die unter Schelfgebieten lagern, werden auf 400 Billionen 
Tonnen geschätzt, und Bohrtürme schieben sich immer weiter ins Meer hinaus. 
Erste Überlegungen werden angestellt, auch die unübersehbaren Mengen der un 
ter dem Meeresboden lagernden Mineralien zu nutzen. Vorausschauend haben 
sich deshalb bereits heute die Küstenstaaten in aller Welt durch Verbreite 
rung ihrer Territorialgewässer einen großen Teil dieser Schätze gesichert. 
Vom D.H.I. wurde zusammen mit der Bundesanstalt für Bodenforschung ein lang 
jähriges Programm zur Untersuchung des tieferen Untergrundes der Nordsee 
durchgeführt, fier Wirtschaft wurde eine Reihe von Gutachten über die Strö- 
mungs-, Wasserstands-, Seegangs- und Bodenverhältnisse in den für Ölbohrun 
gen in Frage kommenden Küstengebieten zur Verfügung gestellt. 
Das Interesse am Meeresboden beschränkt sich jedoch meist auf seine Roh 
stoffvorräte. So werden z.B. Tiefseekabel gelegentlich durch Bewegungen von 
Bodensedimenten, gewaltigen lawinenartigen Schlammströmen, am Kontinentalab 
fall zerrissen. Die Instandsetzung verursacht hohe Kosten. Es ist notwendig, 
diese Erscheinungen genauer zu untersuchen, um solche "lawinengefährdeten 
Gebiete" als Kabelwege zu vermeiden. Die Leistung der Verstärker in den Tief 
seekabeln hängt von der Wassertemperatur am Boden und ihren Schwankungen ab. 
So wurden z.B.'für das Seegebiet um Südgrönland von der Kabelindustrie sehr
	        
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