.Jahresbericht Nr. 17/1962
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etwa 4i° der Windgeschwindigkeit, so daß aus den bisher verbotsfreien Zonen
der Nordsee bei gleichbleibender Windrichtung innerhalb weniger Tage in jedem
anderen Gebiet der Nordsee, insbesondere aber an den Küstengebieten, das
Öl angetrieben werden kann. Dieser Befund hat mit zu dem Beschluß der Aufhebung
der verbotsfreien Zonen in Nord- und Ostsee beigetragen.
Der Beobachtung von Wasserständen kommt in Küstennahe infolge des immer
größer werdenden Tiefganges von Schiffen, wie Tankern und Erzfrachtern, wachsende
Bedeutung zu. Eür diesen Zweck werden vom D.H.I. Hochseepegel benutzt,
die bis zu einer Meßtiefe von 250 m ausgelegt werden können und bis zu einer
Meßdauer von 4 Wochen die Wasserstände registrieren. Tiefenveränderungen in
Küstennähe können jedoch auch von den durch Strömungen, Gezeiten und Seegang
hervorgerufenen Umlagerungsprozessen der Bodensedimente, oft nur als "Sandwanderung"
bezeichnet, hervorgerufen werden. Da diese Prozesse auch für Prägen
der Landgewinnung, des Küstenschutzes, der See- und Hafenbauten von Bedeutung
sind, führt das D.H.I. zur Zeit umfangreiche Untersuchungen über die
Bodenbeschaffenheit in den deutschen Küstengebieten durch. Um Aufschluß über
die Seegangsverhältnisse in der Deutschen Bucht und ihre Abhängigkeit von
Windrichtung und -geschwindigkeit sowie über die Umwandlung der Wellen in der
Brandungszone und vor den Deichen zu erhalten, werden zur Zeit an der Deutschen
Nordseeküste längere Meßreihen mit Seegangmeßgeräten, die im D.H.I,
für diesen Zweck entwickelt wurden, durchgeführt. Es ist zu erwarten, daß die
Ergebnisse der Dauermessungen den Untersuchungen über die Abwehrmaßnahmen bei
Sturmfluten und über die dafür günstigsten Deichprofile zugute kommen werden.
Temperatur- und Dichteverhältnisse an der Meeresoberfläche können für Ladung
und Tiefgang von Schiffen von Bedeutung sein. Wiederholte Anfragen nach
der Wasserdichte in den verschiedensten Welthäfen waren der Anlaß, diese Daten
unter Mithilfe von Handelsschiffsbesatzungen systematisch zu sammeln,
mit der Absicht, sie später in Seehandbüchern und Tabellen zu veröffentlichen.
Wie der vergangene Winter gezeigt hat, können die Seewege, besonders in der
Ostsee, doch auch im deutschen Nordseeküstengebiet, für lange Zeit vom Eis
blockiert werden. Pür die laufende Unterrichtung der Schiffahrt über die Eislage
ist in der Abteilung Meereskunde ein besonderer Eisdienst eingerichtet.
Aufgrund von Eismeldungen der Anrainerstaaten der Ostsee werden täglich Eisberichte
über den Rundfunk verbreitet. Eisübersichtskarten geben einen Überblick
über die Eislage in Nord- und Ostsee. Pür eine langfristige Eisvorhersage
reichen jedoch unsere bisherigen Kenntnisse nicht aus. So ist z.B. über