Zur Meeresforschung
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umfaßt, die Ge Zeitenströme mit 15 bis 20 gleichzeitig ausliegenden, selbstregistrierenden
Meßgeräten in verschiedenen Tiefen jeweils für die Dauer
von 2-3 Wochen gemessen. Die Ergebnisse werden in Form von Gezeitenstromatlanten
der Schiffahrt zur Verfügung gestellt sowie für Seehandbuchbeiträge,
Auskünfte und Gutachten verwendet. Im Ozean treten die Gezeitenströme hinter
den großen Meeresströmungen, wie etwa dem Nordatlantischen Strom, zurück.
In diesem wurden z.B. von dem Vermessungs- und Forschungsschiff "Gauß" im
Internationalen Geophysikalischen Jahr Geschwindigkeiten bis zu 4 kn gemessen,
die sich bei Ausnutzung oder Vermeidung auch auf die Reisegeschwindigkeit
moderner Schiffe und damit wirtschaftlich auswirken. Die Vorhersage dieser
Strömungen ist wesentlich schwieriger als die von Gezeitenströmen. Aus
ozeanographischen Untersuchungen ist bekannt, daß z.B. der Golfstrom stark
pulsieren und mäandrieren kann und sich zwischen Stromfäden hoher Geschwindigkeit
Wirbel und Gegenströmungen ausbilden. Das Naval Oceanographic Office,
Washington, versucht seit einigen Jahren mittels des sogenannten "shiprouting
"-Verfahrens einen optimalen Reiseweg für Schiffe unter Berücksichtigung
der Meeresströmungen und der zu erwartenden Wind- und Seegangsverhältnisse
vorherzusagen. Damit sind bereits gute Erfolge erzielt worden. Bei der
Vorhersage von Wind, Seegang und Strömung ist die der Strömung noch bei weitem
am unsichersten. Zur Feststellung ihrer jeweiligen läge ist ein räumlich
enges Beobachtungsnetz von auslegbaren und kurzfristig fernmeldenden Strommeßgeräten
erforderlich. Geräte dieser Art sind entwickelt und werden zur
Zeit in den USA erprobt. Solche verankerten ozeanographischen Stationen dienen
nicht nur zur Messung der Oberflächenströmung, sondern auch zur Messung
der Tiefenströme, der Luft- und Wassertemperatur, des Windes und anderer Parameter.
Man schätzt, daß Schäden von Wirbelstürmen und Wellen durch ein derartiges
Alarmnetz um zwei Drittel vermindert werden können.
Die Oberflächenströmungen verfrachten jedoch nicht nur Schiffe, sondern
auch Öl und andere Schiffsabfälle, die leichter als Wasser sind. Mit der Untersuchung
der Ausbreitung und Verfrachtung von.Ölrückständen auf See durch
Strömungen und Wind hat sich das D.H.I. in den vergangenen Jahren wiederholt
beschäftigt, um Unterlagen für Maßnahmen zur Bekämpfung der Ölverschmutzung
bereitzustellen. Mehrere tausend Triftkarten wurden in verschiedenen Teilen
der Nordsee unter verschiedenen Windverhältnissen ausgebracht und ihr Reiseweg
bis zu ihrer Antriebsstelle elektronisch nachgerechnet. Es ergab sich,
daß die Öltrift vorwiegend unter Einfluß des Windes erfolgt und den Strömungen
nur untergeordnete Bedeutung zukommt. Die Triftgeschwindigkeit beträgt