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Full text: Jahresbericht 1962

Seite 12 - 
II. ZUE MEERESFORSCHUNS 
Im Deutschen Hydrographischen Institut nimmt die Abteilung "Meereskunde" 
einen Teil der nationalen und internationalen Aufgaben der Bundesrepublik 
auf dem Gebiet der Meeresforschung wahr. Über dieses Arbeitsgebiet sind recht 
unterschiedliche Vorstellungen auch bei Berufsgruppen anzutreffen, die seit 
langem eng mit dem Meere verbunden sind. Es ist verständlich, daß z.B. Han 
delsschiffs- oder Fischdampfer-Kapitäne die Meereskunde in erster Linie nach 
dem Beitrag beurteilen, den sie zur Förderung ihres Berufszweiges leistet. 
Dieser Beitrag ist gewiß nicht gering. Trotzdem wird diese Betrachtungsweise 
der rasch wachsenden Bedeutung der Meeresforschung nicht mehr gerecht. In zahl 
reichen Veröffentlichungen und Denkschriften des In- und Auslandes kommt in 
den letzten Jahren immer deutlicher das Interesse zum Ausdruck, das auch andere, 
bisher den Problemen des Meeres fernerstehende Gruppen der menschlichen Ge 
sellschaft dem Meere und seiner Erforschung entgegenbringen. Dem Wort "Atom 
zeitalter" ist deshalb von einem Politiker der USA bereits der Begriff "Zeit 
alter des Meeres" zur Seite gestellt worden. Diese Entwicklung zeichnete sich 
für einen aufmerksamen Beobachter, auch wenn er kein Fachmann ist, seit langem 
ab. Bei der rasch zunehmenden Bevölkerungszahl der Erde und dem Nahrungs-, 
Raum- und Sicherheitsbedürfnis der Menschen richten sich die Blicke aller um 
Lösung unserer Zivilisationsprobleme bemühten Menschen immer mehr auf die 71$ 
unserer Erdoberfläche, die noch weitgehend unerforscht und ungenutzt sind. 
Die Probleme der modernen Meeresforschung sollen hier an wenigen Beispielen 
aus Seeverkehr und Fischerei, aus Wissenschaft und Landesverteidigung, aus 
Wirtschaft und Technik aufgezeigt und damit der Rahmen angegeben werden, in 
dem sich auch die meereskundliche Tätigkeit des Deutschen Hydrographischen In 
stituts vollzieht. 
Das Meer als Verkehrsweg - Die Schiffahrt ist sicher die älteste und zur 
Zeit noch intensivste "Nutzung des Meeres". Sie hat selbst durch die Messung 
von Besteckversetzungen die Unterlagen bereitgestellt, auf denen noch heute 
die großen Strömungskarten der Ozeane beruhen. Die Kenntnis der Oberflächen 
ströme, ihrer zeitlichen und räumlichen Veränderungen, sowie ihrer Abhängig 
keit vom Wind sind für die Sicherheit und Wirtschaftlichkeit der Schiffahrt 
auch im Zeitalter der maschinengetriebenen Schiffe noch notwendig. In der 
Nordsee herrschen die Gezeitenströme vor, die infolge ihrer Periodizität und 
Abhängigkeit vom Mondstand verhältnismäßig gut vorhergesagt werden können, 
wenn ihre Amplituden und Phasen bekannt sind. Zu diesem Zweck werden vom D.H.I. 
in einem langjährigen Meßprogramm, das die gesamte Nordsee und den Skagerrak
	        
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