Jahresbericht Nr. 17/1962
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Von den in den Küstengewässern der Nord- und Ostsee vorgesehenen 18
Vermessungsaufgaben konnten 14 fertiggestellt, eine bis auf geringe Restar
beiten und eine zu etwa 6/10 ausgelotet werden. Wegen besonderer Dringlich
keit wurde zusätzlich in der Nordsee ein kleineres See- und Wattengebiet ver
messen. Alle Vermessungsarbeiten führten die Vermessungsschiffe "Hooge",
"Rüden" und "Süderoog" aus, die dabei insgesamt 4 518 sm lotprofile ablie
fen. Das Vermessungs- und Forschungsschiff "Gauß" unternahm 10 Forschungs
und Versuchsfahrten in der Nord- und Ostsee, die im wesentlichen meereskund-
lichen, geophysikalischen, geologischen und funktechnischen Untersuchungen
sowie Baumusterprüfungen und Erprobungen nautisch-technischer Geräte dienten.
Auf diesen Fahrten wurden rd. 12 370 sm zurückgelegt. Die beiden neuen Ver
messungs- und Wracksuchschiffe "Atair" und "Wega", die erst seit dem 5-7.1962
voll für die Wracksuche eingesetzt werden konnten, stellten im Küstenbereich
und auf den Zwangswegen der Nord- und Ostsee 9 neue Wrackpositionen fest,
überprüften 39 bereits früher untersuchte Wracke und suchten 22 gemeldete
Positionen und 2 Seegebiete von insgesamt 33 qsm systematisch nach Unterwas
serhindernissen ab.
Das Institut und seine Außendienststellen prüften etwa 38 000 Instrumente
und Geräte der nautischen Schiffsausrüstung. Die Nachprüfung der Peilfunkge
räte auf navigatorische Eignung wurde intensiviert. Auf dem Gebiet der Magnet
kompasse wirkte das D.H.I. in der Internationalen Organisation für Standar
disierung (ISO) im Sinne internationaler Vereinheitlichung mit.
Für eine größere Zahl von Geräten und Geräteteilen, insbesondere von Echo
lot- und Ortungsfunkgeräten wurde der magnetische Schutzabstand bestimmt. Im
Kreiselkompaßprüffeld wurde eine transistorisierte Regelvorrichtung für die
Drehzahl von Kreiselumformern aufgebaut und geprüft; damit wurde eine um den
Faktor 10 verbesserte Regelgenauigkeit erreicht. Verschiedene Typen von Glüh
lampen wurden auf ihre Eignung für Positionslaternen untersucht; durch Dauer
versuche wurde nachgewiesen, daß - entgegen der vielfach vertretenen Auffas
sung in Kreisen der Schiffahrt - die vorgeschriebenen Glasstürze auf die Le
bensdauer und Helligkeit der Glühlampen keinen nachteiligen Einfluß haben.
Weitere Untersuchungen gaben Aufschluß über die Lebensdauer von Niederspan
nungs-Glühlampen bei Betrieb mit Überspannung.
Zur Grenzwellenpeilung wurde auf VFS "Gauß" ein symmetrischer Aufbau des
Kreuzrahmens auf dem Mast erprobt; es ergaben sich einwandfreie Peilverhält
nisse für Rundumpeilungen im gesamten Grenzwellenbereich (1,5 bis 3,2 MHz).
An 10 Radaranlagen und 2 Peilfunkanlagen wurden vollständige bzw. verkürzte