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MEERESKUNDE
1. Allgemeines
Бег langjährige Leiter des Referates "Chemie des Meeres", Oberregierungsrat
Prof. Dr. Kalle, trat am-31. 5. nach Erreichung der Altersgrenze in den
Ruhestand. Mit der Leitung des Referates wurde Regierungsrat Br. Kautsky
beauftragt.
Es wurden drei Forschungsfahrten mit VFS "Gauß" durchgeführt:
Vom 28. 5. bis 19. 7. wurden in geringem Stationsabstand im Gebiet vor
der ostfriesischen Küste Bodenproben für eine geologische Kartierung und zur
Untersuchung ihrer radioaktiven Strahlung entnommen. Gleichzeitig wurden vergleichende
Aktivitätsmessungen in situ am Meeresboden durchgeführt.
Vom 3. bis 27. 9. wurden in der mittleren und nördlichen Nordsee hydrographische
-Arbeiten durchgeführt. Babei wurden die Tiefe und Intensität der
thermischen Sprungschicht in einem Nord-Süd- und einem Ost-West-Schnitt vermessen
und der Einfluß der herbstlichen Abkühlung des Oberflächenwassers auf
die Auflösung der Schichtung untersucht. Auf dieser Fahrt wurde das Schleppgerät
"Belphin", das kontinuierlich die Temperatur und den Bruck im Bereich
der Sprungschicht an Bord registriert, erfolgreich im Bauereinsatz verwendet.
Vom 7. bis 29. 10. wurden die Farbversuche zur Untersuchung der Vermischungsvorgänge
fortgesetzt, wobei erstmalig auch die Ostsee als Versuchsgebiet
diente. Bie bisherigen Erkenntnisse konnten bestätigt werden. Für großräumigere
Untersuchungen ist der gemeinsame Einsatz mehrerer Schiffe Voraussetzung,
damit eine ausreichende synoptische Aufnahme der Farbverteilung
durchgeführt werden kann.
Bas langfristige Strommeßprogramm für die Nordsee konnte wegen Personalmangels
wiederum nur in geringem Umfang, und zwar im Rahmen der hydrographischen
Untersuchungen mit VFS "Gauß", fortgesetzt werden. Auf sieben Stationen
im Nordostteil der Nordsee wurden Strombeobachtungen von jeweils 15-tägiger
Bauer gewonnen.
Am 6. 11. wurde mit Unterstützung durch die Wasser- und Schiffahrtsdirektion
Kiel und das Wasser- und Schiffahrtsamt Tönning mit einer Bauerstrommessung
(Schaufelrad-Strommesser in zwei Tiefen) vor der Eidermündung begonnen.
Bie Station soll ein Jahr lang aufrechterhalten bleiben.
Zur ständigen Überwachung des Meerwassers auf radioaktive Verunreinigungen
wurden weitere registrierende Gamma-Strahlenmeßanlagen beschafft und auf
FFS "Anton Bohm", FS "Elbe 1" und VWS "Atair" eingebaut sowie Einbauten auf
den Feuerschiffen "Weser" und "P 8" vorbereitet. Bas Beobachtungsnetz soll