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Volltext : Jahresbericht 1963

-  Seite  43  -

MEERESKUNDE

1.  Allgemeines
Бег  langjährige  Leiter  des  Referates  "Chemie  des  Meeres",  Oberregierungsrat
  Prof.  Dr.  Kalle,  trat  am-31.  5.  nach  Erreichung  der  Altersgrenze  in  den
Ruhestand.  Mit  der  Leitung  des  Referates  wurde  Regierungsrat  Br.  Kautsky
beauftragt.
Es  wurden  drei  Forschungsfahrten  mit  VFS  "Gauß"  durchgeführt:
Vom  28.  5.  bis  19.  7.  wurden  in  geringem  Stationsabstand  im  Gebiet  vor
der  ostfriesischen  Küste  Bodenproben  für  eine  geologische  Kartierung  und  zur
Untersuchung  ihrer  radioaktiven  Strahlung  entnommen.  Gleichzeitig  wurden  vergleichende ­
  Aktivitätsmessungen  in  situ  am  Meeresboden  durchgeführt.
Vom  3.  bis  27.  9.  wurden  in  der  mittleren  und  nördlichen  Nordsee  hydrographische ­
  -Arbeiten  durchgeführt.  Babei  wurden  die  Tiefe  und  Intensität  der
thermischen  Sprungschicht  in  einem  Nord-Süd-  und  einem  Ost-West-Schnitt  vermessen ­
  und  der  Einfluß  der  herbstlichen  Abkühlung  des  Oberflächenwassers  auf
die  Auflösung  der  Schichtung  untersucht.  Auf  dieser  Fahrt  wurde  das  Schleppgerät ­
  "Belphin",  das  kontinuierlich  die  Temperatur  und  den  Bruck  im  Bereich
der  Sprungschicht  an  Bord  registriert,  erfolgreich  im  Bauereinsatz  verwendet.
Vom  7.  bis  29.  10.  wurden  die  Farbversuche  zur  Untersuchung  der  Vermischungsvorgänge ­
  fortgesetzt,  wobei  erstmalig  auch  die  Ostsee  als  Versuchsgebiet ­
  diente.  Bie  bisherigen  Erkenntnisse  konnten  bestätigt  werden.  Für  großräumigere ­
  Untersuchungen  ist  der  gemeinsame  Einsatz  mehrerer  Schiffe  Voraussetzung, ­
  damit  eine  ausreichende  synoptische  Aufnahme  der  Farbverteilung
durchgeführt  werden  kann.
Bas  langfristige  Strommeßprogramm  für  die  Nordsee  konnte  wegen  Personalmangels ­
  wiederum  nur  in  geringem  Umfang,  und  zwar  im  Rahmen  der  hydrographischen ­
  Untersuchungen  mit  VFS  "Gauß",  fortgesetzt  werden.  Auf  sieben  Stationen ­
  im  Nordostteil  der  Nordsee  wurden  Strombeobachtungen  von  jeweils  15-tägiger
  Bauer  gewonnen.
Am  6.  11.  wurde  mit  Unterstützung  durch  die  Wasser-  und  Schiffahrtsdirektion ­
  Kiel  und  das  Wasser-  und  Schiffahrtsamt  Tönning  mit  einer  Bauerstrommessung ­
  (Schaufelrad-Strommesser  in  zwei  Tiefen)  vor  der  Eidermündung  begonnen. ­
  Bie  Station  soll  ein  Jahr  lang  aufrechterhalten  bleiben.
Zur  ständigen  Überwachung  des  Meerwassers  auf  radioaktive  Verunreinigungen ­
  wurden  weitere  registrierende  Gamma-Strahlenmeßanlagen  beschafft  und  auf
FFS  "Anton  Bohm",  FS  "Elbe  1"  und  VWS  "Atair"  eingebaut  sowie  Einbauten  auf
den  Feuerschiffen  "Weser"  und  "P  8"  vorbereitet.  Bas  Beobachtungsnetz  soll
            
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