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Volltext : Jahresbericht 1964

-  Seite  79  -

Geophysik  und.  Astronomie

Auf  der  im  Abschnitt  c)  bereits  erwähnten  Porschungsfahrt  des  VFS  "Gauß"
wurden  außerdem  magnetische  und  gravimetrische  Messungen  durchgeführt.
Hierbei  sind  kontinuierliche  Registrierungen  der  Schwerkraft  über  800  sm
Profilstrecke  gewonnen  worden.
Alle  Rechengänge  zur  Auswertung  der  Seegravimetermessungen  wurden  auf
elektronische  Datenverarbeitung  umgestellt.  Hach  dem  vom  Referat  Rechenanlage ­
  erstellten  Programm  können  nun  aus  den  Schiffspositionen,  den  Wassertiefen ­
  und  den  Gravimeterablesungen  für  äquidistante  Profilpunkte  das
Schwerenormalfeld,  der  Eötvös-Effekt,  die  Freiluftanomalien  und  -  bei  wenig ­
  veränderlichen  Wassertiefen  -  die  Bougueranomalien  maschinell  berechnet ­
  werden.  Für  Seegebiete  mit  wechselnden  Wassertiefen  wurde  ein  besonderes ­
  Verfahren  zur  elektronischen  Berechnung  der  topographischen  Korrekturen ­
  ausgearbeitet.
Die  1963/64  in  der  Hordsee  gewonnenen  Beobaehtungswerte  wurden  aufbereitet
  und  vom  Referat  Rechenanlage  ausgewertet.  Aus  den  so  berechneten
Schwereanomalien  wurde,  zusammen  mit  Ergebnissen  früherer  Meßfahrten,  eine
Xsanomalenkarte  der  mittleren  und  östlichen  Hordsee  fertiggestellt.
Die  Auswertung  der  Ende  1961  im  östlichen  Mittelmeer  durchgeführten
Schweremessungen  wurde  durch  topographische  Korrekturen  an  den  Bougueranomalien ­
  und  den  isostatischen  Anomalien  vervollständigt.  Die  Arbeiten
an  der  Veröffentlichung  der  Ergebnisse,  die  in  der  Deutschen  Hydrographischen ­
  Zeitschrift,  Heft  4  (1964),  erscheinen  werden,  wurden  abgeschlossen.
Der  Sachbearbeiter  ist  im  Unterausschuß  Seegravimetrie  der  "International
Gravity  Commission"  vertreten.

5.  Rechenanlage
Der  Befehlsschlüssel  der  elektronischen  Rechenanlage  IBM  1620  wurde  um
drei  Befehle  erweitert.  Diese  zusätzlichen  Instruktionen  gestatten  den  unmittelbaren ­
  Übergang  von  numerischer  Zahlendarstellung  zur  alphanumerischen
und  umgekehrt.  Hierdurch  werden  Kemspeicherplätze  frei  und  Rechenzeiten
verkürzt.
Inzwischen  stehen  über  100  größere  Programme  zur  Verfügung.  Damit  diese
auch  an  Interessenten  weitergegeben  werden  können,  wurde  begonnen,  ausführliche ­
  Beschreibungen  der  verwendeten  Rechenmethoden  und  des  Programmablaufes
  anzufertigen.
            
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