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Jahresbericht Nr. 19/1964
Versuche, die Ablesungen am Plattenmeßapparat durch eine Pernsehüber-
tragung zu erleichtern und zu beschleunigen, führten nicht zu dem erwar
teten Erfolg.
Die Ergebnisse der Breitenbestimmungen wurden, wie bisher, monatsweise
kurzfristig dem Zentralbüro des Service International Rapide des Latitudes,
Paris, mitgeteilt. Diese Werte erhält seit April 1964 auch das Zentralbüro
des International Polar Motion Service, Mizusawa (Japan); seinem Direktor
wurden wunschgemäß auch die Unterlagen zum Beobachtungsprogramm und zum
Stemkatalog zur Verfügung gestellt.
Mit der Hamburger Sternwarte, Hamburg-Bergedorf, wurden die Ergebnisse
der Zeitbestimmungen ausgetauscht.
Aus den P.Z.E.-Beobachtungen 1953.5 bis 1954-5 wurden, wie alljährlich,
Korrektionen der Sternörter abgeleitet.
Die vom September 1957 bis März 1964 gemessenen Breiten wurden analy
siert. Eine in der Zeitschrift für Vennessungswesen erschienene Arbeit
über den Breitendienst des DHX enthält die Ergebnisse in den Abschnitten:
Die Genauigkeit der Beobachtungen, die mittlere Breite, daS z-Glied, har
monische Analyse der Breitenänderungen 1958-1964.
Fehler-theoretisch wurde untersucht, wie die Stemgruppen des P.Z.R.-
Programms am zweckmäßigsten über die Nacht zu verteilen sind, wenn hei
vorgegebener Anzahl an Gruppen ein möglichst hoher Nutzeffekt für die
Verbesserung des Sternkatalogs erzielt werden soll. Über die Ergebnisse
der Untersuchung wurde beim Internationalen Kongreß für Chronometrie in
Lausanne vorgetragen.
Die laufenden Arbeiten im Zeit- und Breitendienst, sowie die in den
vorhergehenden Abschnitten genannten Analysen und Untersuchungen wurden
in erheblichem Maße durch das Referat Rechenanlage unterstützt.
Anläßlich der XII. Generalversammlung der Internationalen Astronomischen
Union, die vom 25. August bis 3. September in Hamburg stattfand, besich
tigten etwa 70 Tagungsteilnehmer die Einrichtungen des Zeit- und Breiten
dienstes. Dabei wurde unter anderem über die Ergebnisse einer neueren Un
tersuchung zum Abend-Morgen-Effekt der P.Z.R.-Beobachtungen berichtet.
Das Institut für Angewandte Geodäsie, Frankfurt, führte im Rahmen
seiner Programmarbeiten astronomische DängenbeStimmungen auf dem Pfeiler
im Nordteil des Beobachtungsgebäudes des P.Z.R. aus.