Jahresbericht 1fr. 19/1964
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2. Navigationsverfahren
Der Jahrgang 1965 des Nautischen Jahrbuchs erschien im Juni 1964. Die
Druckvorlage des Nautischen Jahrbuches 1966 wurde bis zum Jahresende fer
tiggestellt. Ihr den Hydrographischen Dienst der Niederlande, den Fische-
rei-Almanach und für gerichtliche Zwecke wurden Positionen der Sonne und
des Mondes zusammengestellt bzw. errechnet. Für gerichtliche Fragen, für
das Seewetteramt, für den Gezeitenkalender sowie für Verlage und Zeitun
gen wurden außerdem Auf- und Untergangszeiten von Sonne und Mond errech
net und Auskünfte über astronomische Bedingungen hinsichtlich der Hellig
keit gegeben. Der Sachbearbeiter für das Nautische Jahrbuch nahm an den
Zeitdienstbeobachtungen teil.
Die Erprobung der Hi-Fix-Kette in der Deutschen Bucht begann im April,
der Einsatz für Vermessungen geschah vor allem im August und September.
Die Planung über eventuelle weitere Erprobungen anderer Systeme stellt
vor allem Toran und lorac heraus, Phasenvergleiohsverfahren mit kontinu
ierlicher Sendung und ohne Synchronisation von Haupt- und Nebensender;
eine Entscheidung, welches Verfahren erprobt werden soll und kann, wurde
noch nicht getroffen, ebenso ist noch offen, ob der sehr wünschenswerte
weitere Einsatz von Hi-Fix für Routine-Vermessungen möglich sein wird.
Nachdem das Transit-Verfahren für eine Navigation mit Hilfe künstlicher
Satelliten zunächst zum rein militärischen Verfahren erklärt worden und
seine Vereinfachung für den Einsatz auf Handelsschiffen schwierig ist,
gewinnen andere amerikanische Erwägungen Interesse. Der Referent lernte
bei einem vierwöchigen Aufenthalt in Cambridge(Mass.) und Washington D.C.
diese Verfahren und die Rechenmethoden für die Bahn- und Positionsberech
nung künstlicher Satelliten kennen. Die für die Deutsche Kommission für
Weltraumforschung zu leistende Beratung, auch in Hinblick auf den Einsatz
von Nachrichtensatelliten, wurde damit in erweiterter und Vertiefter Form
möglich.
Das von der Volkswagenwerk-Stiftung für das DHI beschaffte Radar-Foto-
plotgerät der Firma Kelvin Hughes wurde ab Februar auf MS "Berlin" des
Norddeutschen Lloyd erprobt. Nach einer Überholung und Abstellen einiger
Mängel wurde das Gerät in der Ostsee auf MS "Nils Holgersson" der Reederei
Reinecke eingesetzt; damit bot sich Gelegenheit, etwa 100 Interessenten,
vor allem Fachleuten von Reedereien und Seefahrtlehrern, auf der Fahrt
Travemünde-Trelleborg und zurück mit Fragen des Gerätes im besonderen und
der Radarauswertung für den Kollisionsschutz, im allgemeinen bekannt zu