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Object: Jahresbericht 1964

Meereskunde 
Seite 67 - 
6. Meereis 
Der Winter 1963/64- zählt zur Gruppe der mäßigen Eiswinter. In der 
68-jährigen Beobachtungsreihe 1896/97 - 1963/64 nimmt er den 28. Platz 
ein: 27 Winter waren eisreieher und 40 Winter eisärmer. Allerdings waren 
die Küsten der Kord- und Ostsee ungleich betroffen, gegenüber dem 30- 
jährigen Mittelwert 1930/31 - 1959/60 war die Eisbedeckung an der Ostsee 
küste um 62/, an der Nordseeküste dagegen nur um 2/ geringer. 
An den Küsten der Deutschen Bucht und der westlichen Ostsee trat das 
erste Eis des Winters 1963/64 am 15. Dezember auf, das letzte Eis wurde 
am 8. März gemeldet. Innerhalb dieser Zeitspanne gab es 5 eisfreie Perio 
den Ton unterschiedlicher Dauer. Gemäß der Stärke des Eiswinters waren im 
Winter 1963/64 die Zufahrten zu den Häupthäfen an der Nordseeküste für 
die Großschiffahrt unbehindert; die Kleinschiffahrt hatte nur gelegent 
lich Pahrtbehinderungen. In der westlichen Ostsee blieben mit Ausnahme 
der Schlei und Trave alle Fahrwasser eisfrei. 
Außer der Information der ein- und ausgehenden Schiffahrt über die Eis- 
Terhältnisse an den deutschen Küsten der Kord- und Ostsee hat das Heferat 
die Schiffahrt über die Eis- und Schiffahrtsverhältnisse im gesamten Nord- 
und Ostseebereich zu unterrichten. In der Zeit vom 7. Kovember 1963 bis 
25. Mai 1964 wurden zu diesem Zweck 130 gedruckte Eisberichte und 41 ge 
druckte Eisübersichtskarten veröffentlicht. Die Auflage der Eisberichte 
mußte dabei wiederum etwas erhöht werden; sie betrug im Berichtsjahr 330 
Stück. Es wurden 232 Eisauskünfte erteilt, davon 30 durch die Außenstellen 
des DHI, und 16 schriftliche Gutachten ausgearbeitet. 
Wie in den Jahren vorher erfolgten der Austausch von Eismeldungen mit 
den übrigen Kord- und Ostseestaaten sowie die Informationen über die Eis 
verhältnisse in den Gewässern um Grönland und Neufundland über Punk und 
Fernschreiben. Dem Deutschen Wetterdienst sei für die dabei geleistete 
Unterstützung auch an dieser Stelle gedankt. 
Die wissenschaftlichen Arbeiten erstreckten sich vor allem auf die 
Verbesserung der Unterlagen für eine langfristige Eisvorhersage. Sie 
konnten mit dem Abschluß einer Untersuchung über den Zusammenhang zwischen 
Großwetterlagen und der Eisbildung im Finnischen Meerbusen einen Schritt 
weitergebracht werden.
	        
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