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Full text: Jahresbericht 1964

- Seite 66 - 
Jahresbericht Nr. 19/1964 
aktiven Zerfalls des Elementes weitgehend verschwunden. 
Während des Besuches des NS "Savannah" in Bremerhaven und Hamburg 
wurden die Fahrtgebiete des Schiffes überwacht. Dabei konnte keine - etwa 
durch die Reaktoranlage des Schiffes hervorgerufene - Änderung der üm- 
gebungsaktivität festgestellt werden. 
5. Geologie und Morphologie des Meeresbodens 
Die systematische geologische Aufnahme des Meeresbodens im Watt und im 
freien Seegebiet der Deutschen Bucht sowie in der westlichen Ostsee war 
auch in diesem Jahr Haupttätigkeit des Referates. Mehrere tausend Boden- 
greiferproben wurden entnommen, im geologischen Laboratorium untersucht 
und die Ergebnisse der Analysen in Arbeitskarten niedergelegt. Die Kennt 
nisse, welche durch die Aufnahme der Oberfläche des Meeresbodens gesammelt 
wurden, wurden durch Untersuchungen der oberflächennahen Sedimentschichten 
ergänzt. Echogramme wurden ausgewertet, Handbohrungen in den Weser- und 
Jadewatten niedergebracht und Kolbenlotkeme in der westlichen Ostsee ge 
zogen. Die Ergebnisse konnten zur Beantwortung von Anfragen, insbesondere 
der Bauindustrie, herangezogen werden, die in zunehmendem Maße an der Aus 
beutung untermeeriseher Kiesvorkommen interessiert ist. Die Hauptwander 
wege des Sandes am Nordseeboden schälen sich allmählich deutlicher heraus. 
In den Fischereikarten der Deutschen Bucht können jetzt genaue Angaben 
über die Beschaffenheit des Seegrundes gebracht werden. 
Als weitere größere Tätigkeit begann die eingehende Bearbeitung der 
Nord- und Ostsee-Schlicke. Sedimentpetrographische, mineralogisch-optische 
und später auch röntgenographische sowie physikalisch-chemische Unter 
suchungen an Sediment und Porenwasser sollen die Beschaffenheit und Eigen 
schaften der verschiedenen rezenten feinkörnigen Ablagerungen dieses Meeres 
raumes klären und einen Beitrag zur Kenntnis der frühdiagenetischen 
Vorgänge liefern. 
Die Untersuchungen zur Ökologie der Foraminiferen am Nordseeboden und 
in den Watten um List, Sylt und die Untersuchungen über die Morphologie 
des prämarinen Untergrundes der westlichen Ostsee wurden fortgesetzt, 
letztere mit dem Ziel, ein gesichertes Bild des Untergrundes in den Mudd 
gebieten der westlichen Ostsee zu erhalten. 
+) Üiagenese = chemische Umsetzung in Sedimenten kurz nach der Ablagerung
	        
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