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Full text: Jahresbericht 1964

Meereskunde 
- Seite 65 - 
Wasser gelösten anorganischen und organischen Komponenten. Die im Vorjahr 
entwickelte Apparatur zur kontinuierlichen Messung der im Meerwasser ge 
lösten Spurenstoffe wurde auf kontinuierliche Registrierung umgestellt. 
Die neue Apparatur wurde auf der vom 12. bis 23. September in der Kordsee 
durchgeführten Fahrt des FS "Meteor" zur kontinuierlichen Registrierung 
des im Oherflächenwasser gelösten anorganischen Phosphats verwendet. Zur 
Isolierung der im Meerwasser enthaltenen organischen Verbindungen wurde 
ein neues Verfahren entwickelt, das eine vollständige Abtrennung der an 
organischen Haupt- und Kebenbestandteile von den organischen Verbindungen 
ermöglicht. 
In zunehmendem Maße wird von der Industrie der Wunsch geäußert, Abfall 
produkte im Meer zu versenken. Es wurden mehrere Gutachten angefertigt, 
für die z.T. Daboratoriumsversuohe durchgeführt werden mußten. Als Grund 
lage für die Gutachten wurden charakteristische Merkmale für vier Gefah 
renklassen zusammengestellt, die eine einheitliche Beurteilung der Einzel 
fälle ermöglichen. Kur in ganz wenig Fällen konnte den Versenkungswünschen 
bedenkenlos zugestimmt werden. 
Wie in den Vorjahren wurde die Überwachung der Radioaktivität des 
Oberflächenwassers der Deutschen Bucht mit registrierenden Gamma-Strahlen- 
meßanlagen fortgesetzt. Auch die Aktivitätsmessungen in situ am Meeresbo 
den wurden in der westlichen Ostsee zwischen Flensburg - Kiel und Trave 
münde, sowie in der Deutschen Bucht im Gebiet nordwestlich Helgoland fort 
gesetzt. Außerdem wurden aus diesen Gebieten Boden- und Wasserproben zur 
Untersuchung im Laboratorium entnommen. 
Insgesamt wurden in der Ostsee 35 Bodenmessungen sowie 22 Boden- und 
11 Wasserproben und in der Kordsee 397 Bodenmessungen sowie 460 Boden- und 
15 Wasserproben durchgeführt oder entnommen. FFS-"Anton Dohrn" brachte von 
einer Forschungsfahrt in die Barents-See für das DHI von 8 Stationen Was 
serproben zur radiologischen Untersuchung mit. 
Im Anschluß an die im Herbst 1963 im Elbmündungsgebiet begonnenen 
Messungen zur Klärung der Verteilung der aktiven Elemente zwischen dem 
Wasser und den darin befindlichen Trübungsstoffen wurden im Frühjahr 1964 
mit VFS "Gauß" weitere Untersuchungen ausgeführt. Zwischen der Oste-Mündung 
und dem Feuerschiff "Elbe 1" wurden auf 8 Anker Stationen insgesamt 52 
Zentrifugenproben (Sinkstoffe) und 81 Wasserproben aus verschiedenen Tie 
fen entnommen, die z.Zt. aufbereitet werden. 
Der in der Außenelbe um Feuerschiff "Elbe 1" 1963 festgestellte erhöhte 
Gehalt des Isotops Zirkon 95 im Boden ist infolge des natürlichen radio-
	        
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