Meereskunde
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Beobachtung und Rechnung ergab sich für eine Triftstromgeschwindigkeit,
die 4,2i« der Windgeschwindigkeit beträgt.
Die Untersuchungen über das Verhalten der thermischen Sprungschicht in
der Nordsee schlossen mit der Herausgabe eines Atlas, der monatliche Ver
tikalschnitte der Temperaturverteilung und horizontale Darstellungen über
die thermische Sprungschicht sowie die Höhe und Eintrittszeiten der Extrem
temperaturen enthält. Entsprechende Darstellungen sind für die haline
Sprungschicht in Arbeit.
Das Netz der Seegangs-Meßstellen wurde erweitert; es besteht z.Zt. aus
9 Stationen an der deutschen Nordseeküste und 3 Stationen in der Ostsee.
Außerdem wurden je 2 Stellen zur Messung des Seegangs bei Sturmflut und
zur Messung des Wellenauflaufes unmittelbar am Deich eingerichtet.
3. Physikalische Meereskunde
Die Restarbeiten zur Fertigstellung, die Abnahme "und Erprobung der
wissenschaftlichen Einrichtungen des FS "Meteor" standen im Mittelpunkt
der Arbeiten des Referats. Daneben liefen die Beschaffungen zur Vervoll
ständigung der Grundausrüstung mit wissenschaftlichen Geräten weiter.
Durch die Unterstützung, die das DHI bei den Ausrüstungsarbeiten zur Expe
dition in den Indischen Ozean (IIOE) und bei der Organisation des Nachschubs
Von Geräten, Ersatzteilen usw. leistete, war das Referat stark belastet.
Der Referent sowie einige seiner Mitarbeiter nahmen an mehreren Probe-
und Abnahmefährten in die Nordsee und Biscaya, bzw. an der ersten Etappe
der IIOE, Hamburg - Neapel, teil.
Da bis zum Auslaufen der "Meteor" zur Expedition in den Indischen Ozean
unerwartete Schwierigkeiten zu beseitigen waren, mußten fast alle übrigen
Arbeiten des Referats zurückgestellt werden.
Die laboratoriumsarbeiten beschränkten sich daher im wesentlichen auf
die Vorbereitung eines weiteren Versuchs mit Rhodamin B zur Untersuchung
von Vermischungsvorgängen. Der Versuch wurde in der ersten Septemberhälfte
mit VPS "Gauß" in der mittleren Nordsee durchgeführt; die Färbstoffmenge
betrug diesmal 500 kg, der Farbfleck konnte 10 Tage lang messend verfolgt
werden; die Flächenausdehnung der noch meßbaren Restkonzentration betrug
zum Schluß ca. 640 qkm.
Die Resultate der Rhodamin-Versuche der vorangegangenen Jahre wurden
in der Deutschen Hydrographischen Zeitschrift veröffentlicht; ein Vorab-