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Jahresbericht Hr, 19/1964
2, Regionale Meereskunde
Wegen Mangel an Personal mußten die schon seit einem Jahr reduzierten
langfristigen Strommessungen in der Nordsee vorerst ganz eingestellt wer
den. Obwohl die im Rahmen dieses Programmes im Gebiet der südöstlichen
Hordsee (erweiterte Deutsche Bucht) durchgeführten Beobachtungen aus
reichendes Material geliefert hatten, um im Berichtsjahr eine ausreichende
Darstellung der Ströme zu veröffentlichen, wird weiter das Ziel verfolgt,
die besonders in der nördlichen Hordsee noch vorhandenen Beobachtungslük-
ken zu schließen und die Darstellungen auf das gesamte Gebiet der Hordsee
auszudehnen. Durch Umstellung der Auswertung der Strombeobachtungen auf
das Lochkartenverfahren war es möglich, die älteren, zu diesem lang
fristigen Programm gehörigen Beobachtungen auf windbedingten Triftstrom
und konstante Restströmung zu analysieren und den Rückstand in der gesam
ten Aufbereitung der Beobachtungen zu verringern.
Zur Beurteilung der Strömungsverhältnisse im Fährhafen Puttgarden wurde
einige Wochen lang der Strom in der Hähe der Molen gemessen; die Ergeb
nisse erhielt die Bundesbahndirektion Hamburg zur Verfügung. Auf 8 Anker
stationen erfolgten außerdem Strommessungen, die im Zusammenhang mit radio
logischen und hydrographischen Messungen im Gebiet der Unterelbe statt
fanden.
Die Feuerschiffs- und Handelsschiffsbeobachtungen wurden ausgewertet
und dem Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES), Charlottenlund,
Dänemark, zur Verfügung gestellt. Wissenschaftliche Bearbeitungen dieser
Beobachtungen wurden in den "Annales Biologiques" veröffentlicht, die vom
ICES herausgegeben werden.
Die Beobachtungen der Temperatur und des Salzgehaltes in acht deutschen
und einer Anzahl überseeischer Häfen wurden fortgesetzt, um ausreichende
Unterlagen über tägliche und jährliche Dichteänderungen zu verschaffen.
Hierbei leisteten Angehörige der Außendienststellen des DHI und freiwilli
ge Mitarbeiter auf deutschen Handelsschiffen wertvolle Hilfe.
Die seit Herbst 1962 mit etwa 5 000 Triftkarten durchgeführten Trift
stromuntersuchungen wurden abgeschlossen, nachdem etwa 65$ der ausgewor
fenen Karten an das DHI zurückgesandt worden waren. An Hand detaillierter
Angaben der über der Hordsee herrschenden Winde wurden - bei gleichzeiti
ger Annahme einer konstanten Restströmung - die Triftwege aller Karten
unter verschiedenen Annahmen berechnet. Die beste Übereinstimmung zwischen