Rezirkulationssytem in der nördlichen Nordsee, den norwegischen Küstenstrom
(Lenhart and Pohlmann, 1997).
Für die kontinentale Küste ist der Wassertransport durch den Englischen Kanal
entscheidend, der zu allen Jahreszeiten einen Küstenstrom antreibt.
Bei Skagen strömt das salzarmere und leichtere Ostseewasser in einer mehrere Meter
mächtigen Oberflächenschicht als sogenannter Baltischer Strom aus dem Kattegat
zunächst nach Norden. Die Strömungsrichtung wird dabei durch den Küstenstrom
bestimmt. Später werden diese Wassermassen durch den Verlauf der norwegischen
Küste umgelenkt und fließen entlang dieser auch als Norwegischer Küstenstrom aus
dem Skagerrak in die Nordsee.
Die Abb. 3.13 steht die für das Jahr 1995 simulierten Stromlinien dar, die die Bahnen
und Intensität der monatlich gemittelten Wassertransporte zeigen. Die Strömungsmuster
im Winter zeigen ein für diese Jahreszeit infolge vorherrschender Winde aus Nord-West
typisches zyklonales Zirkulationsmuster. Man erkennt einen deutlichen Einstrom im
Norden als Fair-Isle und Shetland-Current sowie im Südwesten durch den Englischen
Kanal sowie den Ausstrom über die Norwegische Rinne. In den Sommermonaten
dagegen bildet sich aufgrund des schwachen Windantriebs kein großräumiges Muster
aus, vielmehr bilden sich kleinskalige Strukturen. Ein ausgeprägter Einstrom im Nord-
Westen ist nicht erkennbar. Die Strömung ist insgesamt schwach und variabel. Intensität
und RichtungsStabilität der Strömungen sind im Winterhalbjahr stärker ausgeprägt als
im Sommerhalbjahr. Zu allen Jahreszeiten ist ein Küstenstrom entlang der kontinentalen
Küste zu erkennen. Die hier dargestellten Strömungsmuster zeigen, dass saisonale und
kurzfristige Abweichungen vom allgemeinen zyklonalen Muster auftreten.
Salzgehalt
Der Salzgehalt der Nordsee wird durch unterschiedliche Faktoren bestimmt. Er hängt
einerseits vom Einstrom salzreichen atlantischen Wassers östlich der Shetland Inseln
sowie durch den Englischen Kanal im Südwesten und andererseits von den
Süßwassereinträgen aus der Ostsee und aus den großen Flüssen wie Rhein und Elbe ab
(siehe Abb. 3.14).
Den Einfluss von Atlantikwasser in der nördlichen bis in die zentrale Nordsee ist am
Verlauf der 35 psu-Isohaline zu erkennen. Er ist im Winter stärker ausgeprägt als im
Sommer. D. h. im Winter dringt das Atlantikwasser weiter in die Nordsee vor.
Auffällig ist, dass weder in den Wintermonaten noch in den Sommermonaten in der
südlichen Bucht Salzgehalte über 35 psu auftreten. Ursache hierfür ist das Vermischen
des Atlantikwassers mit dem Süßwasser der großen Flüsse (z. B. Themse und Rhein).