Geophysik und Astronomie
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Durchmesser der Sternbilder auf der photographischen Platte.
b) Zeitbewahrung - Die Normalfrequenz der Physikalisch-Technischen Bun
desanstalt (P.T.B.), Braunschweig, die der Sender DCF77 ausstrahlt, wird
jetzt mit einem dafür hergerichteten Schreiber registriert. Das frühere
Verfahren des visuellen Vergleichs mit einem Oszillographen war wesentlich
aufwendiger, und es lieferte weniger sichere Resultate,
Die Kontakte der Quarzuhr P^ der P.T.B. wurden, wie in den Vorjahren,
zweimal wöchentlich auf dem leitungswege übermittelt. Die P.T.B. teilt die
Stände dieser Quarzuhr im System ihrer internen Atomzeit mit; diese findet
im laufenden Dienst Verwendung. Der P.T.B. wurden die astronomischen Stän
de der P 1 mitgeteilt.
Wie bisher wurden mit der Hamburger Sternwarte, Hamburg-Bergedorf,
Quarzuhrenkontakte und mit dem Pemmeldetechnischen Zentralamt, Darmstadt,
Quarzuhrenkontakte und -frequenzen ausgetauscht.
Bei Versuchen zur hochgenauen Temperaturregelung wurde ein Regler ent
wickelt, dessen aktive Elemente, einschließlich des Temperaturfühlers, aus
Halbleitern bestehen. Ein Prototyp steuert probeweise den inneren Thermosta
tenkreis einer Quarzuhr. Die Regelgenauigkeit liegt im Bereich einiger
0?001 Celsius.
Die für den ZeitSignalempfang erforderlichen Geräte wurden in einem neu
entworfenen Pultgestell untergebracht. So können die Empfangs- und Re
gistriereinrichtungen leichter bedient werden, und es wurde Platz für neu
zu installierende Geräte gewonnen.
Die Pufferbatterien und die Umformer der Notstromanlage wurden eingehend
überprüft. Ein Umformer mußte von Grund auf überholt werden.
Gegen Jahresende wurde ein neu entwickelter Zeitzeichen-Oszillograph
mit hohem Auflösungsvermögen beschafft.
c) Zeitkundg e bung - Nach einer Entschließung der Internationalen Astro
nomischen Union vom Jahre 1964 sollen alle Stationen, deren Zeitzeichen
im internationalen Zeitdienst Verwendung finden, eine einheitliche Zeit
abstrahlen. Da bei der individuellen Extrapolation der einzelnen Institute
Unterschiede bis zu einigen Hundertstelsekunden auftreten, wurde das
Bureau International de l'Heure damit beauftragt, die Zeitzeichen zu koor
dinieren, das heißt, nach Konsultation der beteiligten Institute die für
eine einheitliche Signalauslösung erforderlichen Richtlinien zu geben.
Die Zeitzeichen des DHI werden seit dem 1. Januar 1965 nach diesen Richt
linien ausgelöst.