Geophysik und Astronomie
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fahrt vor besonders niedrigem Hochwasser" gegeben. Ein fester Empfänger
kreis, dem nunmehr 310 Behörden und Firmen angehören, erhielt durch Post
telegramme (im Hamburger Haum fernmündlich) 6 022 Warnungen vor Sturmflu
ten oder niedrigen Wasserständen. Für die Schleswig-Holsteinische Ostsee
küste wurde 4mal "Sturmflutwarnung" über den Norddeutschen bzw. Westdeutschen
Rundfunk ausgegeben, dazu 218 telegraphische Warnungen. An amtliche und pri
vate Stellen waren täglich Auskünfte verschiedenster Art für Orte der Nord-
und Ostseeküste zu erteilen. Der Auskunftsdienst für den Hamburger Raum
wird bei Sturmfluten wesentlich entlastet durch den Fernsprechsonderdienst
der Bundespost, Rufnummer Hamburg 11 55. Der geophysikalische Beratungs
dienst der Bundeswehr sowie die Wetterämter Bremen und Schleswig erhielten,
wie vereinbart, fernschriftlich Warnungen und Vorhersagen.
Eine neue Femsprechanlage mit je 8 Anschlüssen auf 3 getrennten Appara
ten erleichterte den Diensthabenden den Auskunftsdienst, besonders bei
Sturmflutlagen.
Die Unterlagen für die Niedrigwasservorhersagen wurden ergänzt; damit
sind die Untersuchungen dieser Art vorerst abgeschlossen.
2. Navigationsverfahren
Der Jahrgang 1966 des "Nautischen Jahrbuchs" erschien im Juli. Die
Druckvorlage des "Nautischen Jahrbuchs" 1967 wurde bis zum Jahresende fer
tiggestellt. Für den Fischerei-Almanach und für gerichtliche Zwecke wur
den Positionen der Sonne und des Mondes zusammengestellt bzw. errechnet.
Für gerichtliche Fragen, für das Seewetteramt, für den Gezeitenkalender
sowie für Verlage und Zeitungen wurden außerdem Auf- und Untergangszeiten
von Sonne und Mond errechnet und Auskünfte über astronomische Bedingungen
und kalendarische Daten gegeben. Der Sachbearbeiter für das Nautische Jahr
buch nahm an den Zeitdienstbeobachtungen teil.
Nach Abschluß der Erprobung der Hi-Fix-Kette wurden Überlegungen ange
stellt, wie das angefallene Material im Hinblick auf jahreszeitliche und
andere Schwankungen infolge geophysikalisch veränderter Bedingungen auszu
werten ist. Diese Arbeiten, gemeinsam mit T52, sind noch nicht abgeschlos
sen. Versuche mit Lorac konnten wegen fehlender Mittel bisher nicht ausge
führt werden.
Für das Gebiet der Navigation mittels künstlicher Satelliten bestehen
neben dem Transitverfahren mehrere amerikanische Projekte. Der Referent
besuchte die Firmen, die diese Vorschläge bearbeiten, sowie die NASA in
Washington. Er vervollständigte seine Kenntnisse über Rechenverfahren für
Satelliten bei amerikanischen Fachinstituten.