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Full text: Jahresbericht 1965

Neuer Präsident des DHI 
- Seite 17 - 
ANSPRACHE VON PROP. BR. GÜNTHER BIETRICH PÜR BIE 
DEUTSCHE FORSCHUNGSGEMEINSCHAFT 
Herr Bundesminister, meine Damen und Herren! 
Ihr Ausscheiden aus dem Amt, verehrter Herr Präsident Dr. Zwiehler, gibt 
den Anlaß für die heutige Versammlung in diesen Räumen. Aus dem Munde Ihres 
Herrn Ministers haben Sie soeben eine Würdigung Ihres Lebenswerkes gehört. 
Darf ich Ihnen nunmehr Grußworte im Aufträge des Präsidenten und des 
Senats der Deutschen Forschungsgemeinschaft übermitteln? Sie haben dazu 
beigetragen, das Zusammenwirken des Deutschen Hydrographischen Instituts 
und der Deutschen Forschungsgemeinschaft, das Ihr Vorgänger im Amt, Herr 
Dr. Böhnecke, eingeleitet hat, weiter zu pflegen und enger zu gestalten. 
Ihr Weg als Präsident stand unter dem Zeichen des Forschungsschiffes "Mete 
or". Ich will es so neutral ausdrücken; denn, wie ich nur zu gut weiß, war 
dieser Weg nicht nur besonnt, sondern auch beschattet: Er führte von den 
Anfängen des Baues über die Ausführung bis zur Taufe, von der Indienst 
stellung über die Probefahrten bis zur glücklichen Rückkehr aus dem Indi 
schen Ozean. Ihre Ausgewogenheit fand immer wieder einen Ausgleich zwischen 
den unterschiedlichen Interessen der an der Wissenschaft vom Meer interes 
sierten Gruppen. Sie scheuten sich nicht, Zeit und Kraft aufzuwenden und 
sich mit Einzelheiten vertraut zu machen, um sich ein eigenes Urteil zu 
bilden. Ihr hohes Verantwortungsgefühl für die Partnerschaft von Deutscher 
Forschungsgemeinschaft und Deutschem Hydrographischen Institut ist den An 
strengungen um den deutschen Beitrag zur Meeresforschung zugute gekommen. 
Ihr Name wird mit dem Forschungsschiff "Meteor" verbunden bleiben. Ihre 
tätige Mitgliedschaft in den Gremien der Deutschen Forschungsgemeinschaft 
möge uns weiterhin sicher sein. 
Sie, lieber Herr Roll, sind dem Meere und seinen Problemen seit 30 Jah 
ren aufs engste verbunden, Sie haben nicht nur am Schreibtisch wissenschaft 
lich gearbeitet, sondern auch zu wiederholten Malen den schwankenden Bord 
des Schiffes betreten und sich den Unbilden des Ozeans ausgesetzt, sei es 
auf "Altair", auf Hilfskreuzern oder auf der "Meerkatze". Ich denke zurück 
an unsere gemeinsame schöpferische Pause, die wir 1938 auf Teneriffa ver 
brachten, ehe Sie mit "Altair" gen Neufundland fuhren und einige aus dem 
hier versammelten Kreise und ich in die afrikanischen Gewässer. So nahmen 
wir damals verschiedene Wege zum gleichen Ziel, nämlich, das Unbekannte 
zu entschleiern und die Erkenntnisse nutzbar zu machen. Die Deutsche For 
schungsgemeinschaft schätzt sich glücklich, zu Ihnen keine Kontakte suchen 
zu brauchen, denn sie sind seit Jahren durch Ihre Mitgliedschaft in der 
Senatskommission für Meeresforschung vorhanden.
	        
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