Neuer Präsident des DHI
- Seite 17 -
ANSPRACHE VON PROP. BR. GÜNTHER BIETRICH PÜR BIE
DEUTSCHE FORSCHUNGSGEMEINSCHAFT
Herr Bundesminister, meine Damen und Herren!
Ihr Ausscheiden aus dem Amt, verehrter Herr Präsident Dr. Zwiehler, gibt
den Anlaß für die heutige Versammlung in diesen Räumen. Aus dem Munde Ihres
Herrn Ministers haben Sie soeben eine Würdigung Ihres Lebenswerkes gehört.
Darf ich Ihnen nunmehr Grußworte im Aufträge des Präsidenten und des
Senats der Deutschen Forschungsgemeinschaft übermitteln? Sie haben dazu
beigetragen, das Zusammenwirken des Deutschen Hydrographischen Instituts
und der Deutschen Forschungsgemeinschaft, das Ihr Vorgänger im Amt, Herr
Dr. Böhnecke, eingeleitet hat, weiter zu pflegen und enger zu gestalten.
Ihr Weg als Präsident stand unter dem Zeichen des Forschungsschiffes "Mete
or". Ich will es so neutral ausdrücken; denn, wie ich nur zu gut weiß, war
dieser Weg nicht nur besonnt, sondern auch beschattet: Er führte von den
Anfängen des Baues über die Ausführung bis zur Taufe, von der Indienst
stellung über die Probefahrten bis zur glücklichen Rückkehr aus dem Indi
schen Ozean. Ihre Ausgewogenheit fand immer wieder einen Ausgleich zwischen
den unterschiedlichen Interessen der an der Wissenschaft vom Meer interes
sierten Gruppen. Sie scheuten sich nicht, Zeit und Kraft aufzuwenden und
sich mit Einzelheiten vertraut zu machen, um sich ein eigenes Urteil zu
bilden. Ihr hohes Verantwortungsgefühl für die Partnerschaft von Deutscher
Forschungsgemeinschaft und Deutschem Hydrographischen Institut ist den An
strengungen um den deutschen Beitrag zur Meeresforschung zugute gekommen.
Ihr Name wird mit dem Forschungsschiff "Meteor" verbunden bleiben. Ihre
tätige Mitgliedschaft in den Gremien der Deutschen Forschungsgemeinschaft
möge uns weiterhin sicher sein.
Sie, lieber Herr Roll, sind dem Meere und seinen Problemen seit 30 Jah
ren aufs engste verbunden, Sie haben nicht nur am Schreibtisch wissenschaft
lich gearbeitet, sondern auch zu wiederholten Malen den schwankenden Bord
des Schiffes betreten und sich den Unbilden des Ozeans ausgesetzt, sei es
auf "Altair", auf Hilfskreuzern oder auf der "Meerkatze". Ich denke zurück
an unsere gemeinsame schöpferische Pause, die wir 1938 auf Teneriffa ver
brachten, ehe Sie mit "Altair" gen Neufundland fuhren und einige aus dem
hier versammelten Kreise und ich in die afrikanischen Gewässer. So nahmen
wir damals verschiedene Wege zum gleichen Ziel, nämlich, das Unbekannte
zu entschleiern und die Erkenntnisse nutzbar zu machen. Die Deutsche For
schungsgemeinschaft schätzt sich glücklich, zu Ihnen keine Kontakte suchen
zu brauchen, denn sie sind seit Jahren durch Ihre Mitgliedschaft in der
Senatskommission für Meeresforschung vorhanden.