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Full text: Jahresbericht 1965

- Seite 16 - 
ähresbericht Nr. 20/1965 
See in Kiel unter unserem Freund Dr. Benkendorff und von 1938 bis 1940 
Referent für den Wetterdienst im Oberkommando der Kriegsmarine unter dem 
damaligen Konteradmiral Br. Conrad. Dazwischen liegt - bezeichnend für Ihre 
wissenschaftlichen Neigungen - die Teilnahme an der internationalen Golf 
stromuntersuchung auf dem Forschungsschiff "Altair" vom April bis Juli 
1938. Vom Februar 1940 bis Mai 1941 waren Sie Bordmeteorologe auf dem Hilfs 
kreuzer "Pinguin" unter Kapitän zur See Kruder, den Sie für seine erfolg 
reichen Kreuzfahrten im Atlantik und im Indischen und Stillen Ozean bis zur 
Antarktis meteorologisch beraten haben. Als "Pinguin" im Indischen Ozean 
versenkt wurde, gehörten Sie zu den ganz wenigen Überlebenden. Es folgte 
die lange Gefangenschaft vom Mai 1941 bis November 1946 in einem Lager in 
Kanada. Sie nutzten diese Zeit zu wissenschaftlichen Untersuchungen, ins 
besondere über die Probleme der Grenzschicht zwischen dem Ozean und der 
Atmosphäre, ein Arbeitsgebiet, das später immer wieder Gegenstand Ihrer 
wissenschaftlichen Veröffentlichungen geworden ist. Nach der Rückkehr aus der 
Gefangenschaft traten Sie als Meteorologe in das damalige Meteorologische Amt 
für Nordwestdeutschland ein und wurden hach der Übernahme der Hamburger 
Dienststelle als Seewetteramt in den neu gegründeten Deutschen Wetterdienst 
Leiter der Gruppe Forschungsarbeit auf See- und Bordwetterwarten und später 
Leiter der Abteilung Maritime Meteorologie. 1958 wurden Sie Leiter des See 
wetteramtes. Sie widmeten sich besonders der wetterdienstlichen Betreuung 
der Seeschiffahrt, der Einrichtung und dem Ausbau der Bordwetterwarten auf 
den Fischereischutz- und Forschungsschiffen. Dabei kamen Ihnen Ihre reichen 
Borderfahrungen zugute. Außerdem förderten Sie die wissenschaftlichen Ar 
beiten im Bereich der maritimen Meteorologie und lieferten selbst dazu sehr 
wesentliche Beiträge. Die Universität Hamburg würdigte Ihre wissenschaft 
lichen Leistungen im Jahre 1962 durch die Ernennung zum Honorarprofessor. 
1964/1965 hatte ich Sie beurlaubt, damit Sie an der Staatsuniversität von 
Florida Vorlesungen über Meteorologie und Ozeanographie halten und Ihre 
Erfahrungen bereichern konnten. Seit 1954 haben Sie die Bundesrepublik, die 
Mitglied der Weltorganisation für Meteorologie ist, in deren Fachausschuß 
für Maritime Meteorologie vertreten. So bringen Sie ein beträchtliches 
Kapital an wissenschaftlichen Leistungen, aber auch an administrativen Er 
fahrungen und nicht zuletzt eine umfassende Bordpraxis in Ihr Amt als Prä 
sident des Deutschen Hydrographischen Instituts ein. Sie übernehmen dazu 
natürlich eine Menge neuer Aufgaben, die in erster Linie unserer Schiffahrt 
zu dienen haben, nämlich der Hochsee- und Küstenschiffahrt, der Fischerei 
und nicht zuletzt unserer Marine. Ich kann Ihnen in diesem Augenblick nur 
wünschen, daß es Ihnen wie Ihrem Vorgänger gelingt, sich durch Ihre prak 
tische Arbeit die Achtung Ihrer Mitarbeiter und durch Ihr tägliches per 
sönliches Beispiel auch deren Vertrauen zu erwerben. Hierzu begleiten Sie 
meine besten Wünsche, die ich mit meinem Dank für Ihre bisherige Arbeit 
für den Deutschen Wetterdienst verbinden möchte.
	        
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