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Volltext : Jahresbericht 1965

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Aus  dem  Arelüv  der  Deutschen  Seewarte.  —  1922.  Heit  1.

In  den  übrigen  Gebieten  haben  die  Bewölkungsverhältnisse  noch  keine  zusammenfassende  Darstellung ­
  gefunden;  es  waren  daher  die  Angaben  aus  den  verschiedenen  Veröffentlichungen  der  betreffenden ­
  meteorologischen  Institute,  sow r eit  solche  Vorlagen,  und  aus  den  Auszügen  in  der  Meteorologischen ­
  Zeitschrift  zusammenzutragen.
Tabelle  II  des  Anhangs  gibt  die  Monats-  und  Jahresmittel  der  Bewölkung  für  55  ausgewählte
Landstationen,  während  die  aus  den  Schiffsbeobachtungen  für  die  47  Felder  berechneten  entsprechenden
Werte  in  Tabelle  I  mitgeteilt  sind.
In  Tabelle  III  sind  im  Auszuge  für  einige  Gradfelder  zwischen  20°  und  30°  N  die  von  uns  gefundenen ­
  Werte  für  die  mittlere  Bewölkung  den  auf  Tafel  32  und  33  des  Atlas  der  Seewarte  mitgeteilten
Bewölkungsziffern  gegenübergestellt.  Es  ergibt  sich  im  Jahresmittel  bei  der  Mehrzahl  der  Felder  eine
geringe  Zunahme  der  Bewölkung,  positive  Abweichungen  kommen  am  häufigsten  und  mit  stärkstem
Betrage  im  Winter  vor,  negative  Abweichungen  sind  dagegen  in  der  wärmeren  Jahreszeit  häufiger
vertreten.  Ob  diese  Unterschiede  auf  das  Material  oder  auf  periodische  Änderungen  im  Laufe  der
Jahre  zurückzuführen  sind,  vermögen  wir  nicht  zu  entscheiden.  Zu  einer  vergleichenden  Untersuchung
der  Periodizität  der  Bewölkung  stehen  noch  nicht  genügend  lange  Beobachtungsreihen  vom  benachbarten ­
  Lande  zur  Verfügung.

2.  Verteilung  der  mittleren  jährlichen  Bewölkung.
Um  uns  zunächst  einigermaßen  über  die  Größe  und  räumliche  Verteilung  der  Bewölkung  in
unserem  Gebiete  zu  orientieren,  betrachten  wir  die  mittlere  jährliche  Bewölkung.  Eine  übersichtliche
Darstellung  der  Verhältnisse  gibt  uns  die  Karte  6  auf  Tafel  2.  Auf  dieser  sind  alle  Orte,  die  im
Jahresmittel  den  gleichen  Grad  der  Himmelsbedeckung  aufweisen,  nach  der  von  Renou  [93]  zuerst  angewandten ­
  Methode  durch  Linien  gleicher  mittlerer  Bewölkung,  Jahres  -  Isonephen,  miteinander  verbunden. ­
  Die  Isonephen  sind  in  einem  Abstand  von  10  zu  10  %  ausgezogen.  Zu  ihrer  Konstruktion
wurden  in  Gebieten  mit  reichlichen  Beobachtungsstationen  nur  diejenigen  mit  langjährigen  Mittelwerten
benutzt,  während  in  Gegenden,  wo  nur  wenige  kurzfristige  Beobachtungsreihen  zur  Verfügung  standen,
auch  diese  mit  herangezogen  werden  mußten.  Die  Linien  sind  in  diesen  Fällen,  wo  man  mehr  oder
weniger  auf  Vermutungen  angewiesen  ist,  punktiert  gezeichnet  worden.
Die  Karte  zeigt,  daß  wir  in  dem  größten  Teile  des  betrachteten  Meeresraumes  mit  einer  relativ
geringen  Bewölkung  zu  rechnen  haben.  Nur  4 /»»—■*/»•  des  Himmels  sind  im  Durchschnitt  an  den  einzelnen ­
  Tagen  des  Jalmes  mit  Wolken  bedeckt  (gegen  6 /io— 7 /io  im  Durchschnitt  in  Mitteleuropa).  Im
Caribischen  Meere  und  im  südlichen  Teile  des  Golfes  von  Mexiko  geht  die  Himmelsbedeckung  noch
unter  diesen  Betrag  herab,  bis  auf  3,7.  Eine  Zone  stärkerer  Bewölkung  (5,0—6,4)  zeigt  sich  im  Bereiche ­
  von  etwa  4—12°  N  und  40—50°  W.
Für  das  Landgebiet  sind  die  Verhältnisse  nicht  so  einheitlich.  Wir  finden  dort  mehr  Abwechselung ­
  in  der  Verteilung  der  einzelnen  Bewölkungsgrade.  Während  wir  in  Zentralamerika  und  an  der
Nordküste  von  Südamerika  ein  Steigen  der  Bewölkung  von  der  See  zum  Lande  beobachten,  zeigt  sich
in  Nordamerika  eine  Abnahme  landeinwärts  von  SO  nach  NW  bis  auf  2,0  im  Coloradogebiete.  Im
Osten  finden  wir  dagegen  an  den  Südausläufern  der  Alleghanies  stärkere  Bewölkungsgrade  (5—6).
Wollen  wir  diese  Unterschiede:  gleichförmige  Bewölkung  auf  dem  Meere,  unregelmäßige  Verteilung
auf  dem  Festlande,  Aufklärung  von  SO  nach  NW  im  Norden,  Zunahme  der  Bewölkung  in  Zentralund
  Südamerika  vom  Meere  zum  Lande  erklären,  so  müssen  wir  etwas  näher  auf  die  Bedingungen  der
Wolkenbildung  im  allgemeinen  eingehen.
Durch  Verdunsten  des  auf  der  Erde  vorhandenen  Wassers  wird  der  Luft  stets  eine  gewisse
Menge  Wasserdampf  geliefert.  Das  Quantum,  das  ein  bestimmter  Raumteil  Luft  auf  nehmen  kann,  ist
jedoch  nicht  unbeschränkt.  Es  ist  bestimmt  durch  die  jeweilige  Temperatur  der  Luft,  und  zwar  ist  der
aufzunehmende  Betrag  um  so  höher,  je  wärmer  die  betreffende  Luftschicht  ist.  Wird  nun  eine  Luft ­
            
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