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Meerestunde
texten "bereitete und dadurch, den Eisnachrichtendienst Start in Anspruch
nahm.
An der Nordseeküste wurde das erste Eis schon am 16, November 1965
beobachtet, das letzte Eis war am 25. Februar 1966 (Abb. 15). Innerhalb
dieses Zeitraumes gab es eine vom 3. Dezember 1965 bis zum 4. Januar 1966
dauernde eisfreie Periode. An der Südwestküste der westlichen Ostsee lag
der Eisbeginn am 10. Januar, das Ende des Eises am 27. Februar 1966.
Zur Zeit des maximalen Eisvorkommens waren in der Deutschen Bucht die ge
samten Wattengebiete mit stellenweisem Übergreifen des Eises auf See,
die Nordseezuflüsse und Flußmündungsgebiete mit Eis bedeckt. Die westliche
Ostsee wies um die Monatsmitte des Februars an drei Tagen eine völlige
Eisbedeckung der See auf. Die Großschiffahrt verlief jedoch unbehindert.
Mit der Ausgabe der Eisberichte wurde am 15. November begonnen, einen
Tag, bevor das erste Eis an den deutschen Küsten sich einstellte. In dem
fast Zusammenfällen dieser beiden Daten drückt sich eine der Eigenarten
des Eiswinters 1965/66 aus, nämlich die nahezu gleichzeitige Bildung des
ersten Eises an der Schärenküste der nördlichen Bottenwik und im Watten
gebiet der Deutschen Bucht, in der 69-jährigen Beobachtungsreihe der ein
zige Fall. Insgesamt wurden 138 Eisberichte und 49 Eisübersichtstarten
veröffentlicht. Die Auflagezahl der Eisberichte betrug 350 Stück, die der
Eiskarten 360. 517 telefonische Auskünfte wurden erteilt und 15 schrift
liche Gutachten ausgearbeitet.
Der Austausch der Eismeldungen mit den von der Eisbildung betroffenen
Nord- und Ostseestaaten verlief wie in den vorangegangenen Wintern rei
bungslos.
Dem Eisnachrichtendienst wurde von anderen Dienststellen wertvolle
Hilfe und Unterstützung gegeben. Der Dank dafür gebührt dem Deutschen
Wetterdienst für die Übermittlung der ausländischen Eismeldungen über das
Wetterfernschreibnetz, dem Seewetteramt, Hamburg, für die Beratung zur Ab
fassung kurzfristiger Prognosen über die Eisentwicklung, dem Geophysika
lischen Beratungsdienst der Bundeswehr, Glücksburg-Meierwik, für die Über
sendung der Beobachtungen der Eiserkundungsflüge aus der westlichen Ost
see.
Zur Verbesserung der Eisinformationen aus dem Seegebiet um Grönland,
aus der Barentssee und dem Weißen Meer ist mit dem Deutschen Wetterdienst
vereinbart worden, daß die Satellitenaufnahmen dieser Gebiete dem Eis
dienst zur Auswertung vorliegen werden.