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Full text: Jahresbericht 1966

- Seite 85 
Meereskunde 
in Kolbenlotprofilen sowie in einzelnen Fraktionen dieser Proben in jeweils 
verschiedenen Anteilen vorkommt. Ihre quantitative Bestimmung ist jedoch 
durch das Fehlen einer ähnlich zusammengesetzten Bezugssubstanz außer 
ordentlich schwierig. Für frühdiagenetische Veränderungen im Porenwasser 
dieser Sedimente, die für das physikalische Verhalten der Schlicke sehr 
wichtig sind, sollen chemische Analysen des Porenwassers einen Beitrag 
leisten. 
In Verbindung mit Porositätsbestimmungen wurden physikalische Kenn 
größen wie HgO-Gehalt, spezifisches Gewicht der Festsubstanz, eine auf 
das Volumen der Festsubstanz bezogene Größe des Porenraumes (void ratio) 
bestimmt und gemeinsam mit anderen Parametern längs der einzelnen Kern 
profile in Diagrammen eingetragen sowie die Abhängigkeit dieser Größen 
untereinander dargestellt. Im Zusammenhang mit diesen physikalischen 
Messungen werden Scherfestigkeiten an Kolbenlotprofilen ermittelt, die 
es erlauben, den Zusammenhalt des Sedimentes sowie seine vorliegende Zu 
standsform zahlenmäßig auszudrüoken und in Diagrammen darzustellen. Um 
einen weiteren Einblick in den Aufbau des Sedimentes zu erhalten, wurden 
mit röntgenographischen Grobstrukturuntersuchungen in Form von sog. Radio 
graphien sonst nicht sichtbare Feinschichtungen festgehalten, an denen 
sich die physikalischen Eigenschaften sprunghaft ändern können. 
d) Geräteentwicklungen und Erprobungen - Für die Bodenprobenentnahme 
wurde ein in der Versuchswerkstatt neu gebautes Kolbenlot von '100 mm 
Innendurchmesser erprobt, sowie die Möglichkeit untersucht, eine Reihe 
von bodenphysikalischen Messungen an Bord zugleich mit Schallgeschwindig 
keitsmessungen auszuführen. 
In Zusammenarbeit mit der Versuchswerkstatt wurde ein Meßgerät zur 
Bestimmung der Temperatur und elektrischen Leitfähigkeit in marinen 
Sedimenten und zur Erforschung der Sandwanderungswege ein Gerät zur auto 
matischen Auswertung von Luminophoren weiterentwickelt. 
5. Meereis 
a) Eisnachrichtendienst - Der Winter 1965/66 war an den Küsten der 
Bundesrepublik ein eisreicher Winter, In dem seit 1896/97 bestehenden 
69-jährigen Beobachtungszeitraum gab es an den Küsten der Deutschen Bucht 
20 Winter, die eisreicher waren als der Winter 1965/66, an den Küsten der 
westlichen Ostsee waren in dem gleichen Zeitraum 18 Winter eisreicher. 
Demgegenüber hatten die skandinavischen und osteuropäischen Ostseegewässer 
einen sehr eisreichen Winter, der der Ostseeschiffahrt große Schwierig-
	        
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