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Volltext: Jahresbericht 1966

Jahresbericht Nr. 21/1966 
- Seite 84 - 
Auf beiden Fahrten wurden 15 Tiefseebodenproben zur radiologischen 
Untersuchung aufgenommen. Außerdem wurde mit einer eigens entwickelten 
Strahlenmeßsonde die Gammaaktivität zwischen Oberfläche und Meeresboden 
in situ gemessen. 
4. Geologie und Morphologie des Meeresbodens 
a) Geologische Bodenkartierung - Als'Hauptaufgabe wurde die systemati 
sche geologische Meeresbodenaufnahme in der Deutschen Bucht und der west 
lichen Ostsee fortgeführt; insgesamt sind jetzt 5 großmaßstäbige See 
karten 1 2 ^ bearbeitet worden. Für diese Arbeiten wurden im geologischen 
Laboratorium von mehreren tausend Greiferproben die Korngrößen analysiert 
und graphisch dargestellt. Die Auswertung dieser Analysen wird weitere 
wichtige Hinweise für Probleme der Sandwanderung geben. 
b) Beiträge zur Ökologie rezenter Foraminiferen - Grundproben, die vom 
Fischereiforschungsschiff "Anton Dohm" gewonnen wurden und Faunen aus 
dem Kangerdlugssuaq.-Fjord (Westgrönland) ' wurden untersucht und ergänz 
ten die Arbeiten zur Ökologie rezenter Foraminiferen. Dadurch war es mög 
lich, mehrere Artenbeschreibungen zu berichtigen; eine Veröffentlichung 
wird vorbereitet. 
c) Sedimentpetrographische Untersuchungen - Bei den dem Referat über 
tragenen Forschungsaufgaben wurde mit bodenphysikalischen Messungen an 
Kolbenlotprofilen begonnen, die zusammen mit den weitergeführten petro- 
graphischen Untersuchungen an Oberflächenproben und Lotkernen in Beziehung 
zur Schallausbreitung gesetzt werden sollen. Für die Entnahme von Kolben 
lotkernen stand VFS "Gauß" zweimal je eine Woche zur Verfügung. 
Die Tonmineralien scheinen sich beim Transport und während der Ablage 
rung im marinen Milieu umzuwandeln, was in erster Linie auf Kationen 
adsorption und Änderung der P-g-Bedingungen zurückzuführen ist. Als Aus 
gangsmaterial dürften aufgewertete Illitstrukturen in Frage kommen, wie 
sie auf dem Festland in Böden auftreten. Eine für Adsorptionsvorgänge 
und für frühdiagenetische Umwandlungen sehr anfällige Komponente stellt 
eine Wechsellagerung dar, die in regional verteilten Oberflächenproben, 
1) Vergl. Jahresbericht Nr._ 20/1965, S. 65 
2) Vergl. Jahresbericht Nr. 15/1960, S. 54
	        
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