- Seite 79 -
Meereskunde
wurde fortgesetzt. Die Wegekarten der einzelnen Farbfleckvermessungen lie
gen jetzt in einheitlichem Maßstab vor. Dabei wurde eine Reduktion nach,
den gleichzeitigen Strömungsmessungen angebracht. Die ausländischen Teil
nehmer an dem Unternehmen RHENO erhielten diese Karten zum Einträgen ihrer
eigenen Meßwerte. Rach dem Austausch der so vervollständigten Karten wurde
auf einer Sitzung der Arbeitsgruppe während der diesjährigen ICES-Tagung
in Kopenhagen beschlossen, die Auswertung unabhängig voneinander vorzuneh
men und die Ergebnisse bei der nächsten Zusammenkunft zu vergleichen.
3. Chemie des Meeres
a). Anorganische und organische Chemie - Auf der "Meteor"-Fahrt Nr. 3
wurde im Gebiet der Iberischen Tiefsee-Ebene der chemische Aufbau der un
mittelbar über dem Meeresboden befindlichen Wasserschichten besonders
eingehend untersucht. Dabei ergab sich, daß die vertikale Diffusion in
einer wenige Meter dicken Bodenwasserschicht verhältnismäßig langsam vor
sich geht. Außerdem gab die vertikale Verteilung des Sauerstoff-Gehalts
und der Wasserstoffionen-Konzentration dicht über dem Meeresboden eine
Vorstellung der vertikalen Konzentrations-Verteilung von Abfallstoffen
in der Iberischen Tiefsee-Ebene. Über die Ergebnisse dieser Untersuchungen
wurde auf der Tagung des ICES in Kopenhagen berichtet.
Während der internationalen Zusammenarbeit im Skagerrak wurden meeres
chemische Untersuchungen, die über die Verteilung der verschiedenen Was
sermassen im Skagerrak Aufschluß geben, vorgenommen.
Im ligurischen Meer ("Meteor"-Fahrt Nr. 7) wurden, ähnlich wie im
Gebiet der Iberischen Tiefsee-Ebene, die bodennahen Wasserschichten unter
sucht.
Durch die Neuerrichtung von Industrieanlagen in den Küstengebieten
gewinnt die Frage der Verschmutzung des Meeres durch das Einbringen
industrieller Abfälle immer mehr an Bedeutung. In diesem Zusammenhang
mußten mehrere Gutachten, die zum Teil laboratoriumsversuche erforderten,
angefertigt werden. Diese Gutachtertätigkeit erfolgt in Abstimmung mit
der Bundesforschungsanstalt für Fischerei, Hamburg, der Bundesanstalt für
Gewässerkunde, Koblenz, und je nach dem vorgesehenen Versenkungsgebiet
auch mit der Biologischen Anstalt Helgoland.
Eine starke Beanspruchung an Zeit und Personal stellen die Salzgehalts
bestimmungen von Wasserproben dar. Diese Wasserproben wurden von Feuer-