1) Vergl. Jahresbericht Nr. 20/1965, S. 60
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Meereskunde
selbsttätig registrierende Strommesser gemessen werden sollten, konnten
- wie beabsichtigt - bis zum Frühjahr 1966 fortgesetzt werden. Allerdings
traten im Dezember 1965 durch Materialfehler der neu beschafften Leinen
zunächst größere Geräteverluste ein, die eine vorübergehende Einschränkung
des Programms bedingten. Durch unermüdlichen Einsatz der Wracksuchschiffe
des DHI und von VFS "Gauß" sowie der bereitwilligen Mitarbeit der Besatzun
gen der Tonnenleger der Wasser- und Schiffahrtsämter Emden, Horden, Bre
merhaven, Cuxhaven und Tönning konnten nahezu alle Geräte geborgen werden.
Den genannten Schiffsbesatzungen und Dienststellen sei auch an dieser
Stelle besonders gedankt.
Zur Klärung der Strömungsverhältnisse in der Kieler Förde und in der
Lübecker Bucht wurden auf Antrag und Kosten des Deutschen Seglerverbandes
an 8 Meßstellen in einer Meßtiefe von 1 m Strommessungen ausgeführt
(s. Abb. 7 - 10). Die Meßergebnisse sollen helfen, die Eignung dieser Ge
biete für die olympischen Segelregatten 1972 zu beurteilen.
b) Auswertung von Beobachtungen und andere Arbeiten - Soweit neben den
Arbeiten auf See noch Zeit zur Verfügung stand, wurden gewonnene Beobach
tungen aufbereitet. Im Vordergrund standen, die während der "Atlantischen
Expedition 1965, Meteor" mit FS "Meteor" und FS "Almirante Saldanha" ge
wonnenen umfangreichen Registrierungen der Strömung im Bereich des atlan-
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tischen Unterstromes. Diese Arbeiten schreiten nicht so rasch voran,
wie es sein müßte, weil die regelmäßig anfallenden Aufgaben, wie Aufberei
tung der Beobachtungen von Feuer- und Handelsschiffen sowie der vom
Küstenbereich und die Darstellung der hydrographischen Verhältnisse in den
Seehandbüchern nicht vernachlässigt werden dürfen.
Die hydrographischen Beobachtungen von sieben Feuerschiffen (s. Abb. 11)
in der Nord- und Ostsee sowie von den Terminstationen der Linie Hamburg-
Hull und auf den Standardschnitten durch die innere Deutsche Bucht konnten
infolge der dankenswerten freiwilligen Mitarbeit der Schiffsbesatzungen
und der Unterstützung durch die Biologische Anstalt Helgoland regelmäßig
ausgeführt werden. Diese Beobachtungen wurden nach ihrer Auswertung dem
IOES in Kopenhagen zur Veröffentlichung übersandt. Das durch freiwillige
Mitarbeit auf deutschen Handelsschiffen von überseeischen Linien gesammel
te Beobachtungsmaterial wurde aufbereitet und zur Übersicht über die
Dichteverhältnisse in den Häfen zusammengestellt.