Jahresbericht Nr. 21/1966
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wegen des Pehlens eines geeigneten Ortungsfunkverfahrens nicht so zuver
lässig sein konnte wie heute. Die Vermessung und die lotungsprofile auf
dem An- und Abmarsch lieferten gleichzeitig neues Material für die "General
Bathymetric Chart of the Oceans" und die zugehörigen "Plotting sheets".
Das Vermessungs- und Forschungsschiff "Gauß" unternahm 5 Forschungs-
fahrten, deren Arbeitsgebiete hauptsächlich in der mittleren Nordsee und
der Deutschen Bucht, zu einem geringen Teil in der westlichen Ostsee lagen.
Die Arbeiten erstreckten sich auf ozeanographische Messungen, geophysika
lische und sedimentpetrographische Untersuchungen. Auf 3 Untersuchungs
fahrten in der Ostsee wurden Baumusterprüfungen von Peilfunkanlagen und
Radargeräten, Erprobungen an seismischen Apparaturen, Radar-Reichweiten
messungen und ähnliches vorgenommen.
Während der Porschungsfahrt Ende April/Anfang Mai wurden zusätzlich
die abgelaufenen Distanzen für das Seekartenwerk ausgelotet.
Im Mai/Juni fand gemeinsam mit je einem dänischen, niederländischen
und schwedischen Vermessungsschiff eine Vermessungsfahrt westlich Hanst-
holm und im Gebiet der Doggerbank statt. Im Zusammenhang mit diesen Arbei
ten suchte das Vermessungs- und Wracksuchschiff "Wega" das Vermessungs
gebiet westlich Hanstholm nach Unterwasserhindernissen ab. Außerdem wurde
von "Gauß", unterstützt durch "Wega", im September während einer Forschungs
fahrt ein Teil des für die geplante Verbreiterung des Borkum-Weges vor
gesehenen Gebiets vermessen. Hierbei wurden die Schiffsorte durch je eine
Hyperbelschar der deutschen und der dänischen Decca-Kette festgelegt.
Die von den Vermessungsschiffen "Hooge", "Rüden" und "Süderoog" sowie
dem Vermessungs- und Wracksuchschiff "Atair" vermessenen Gebiete, die
Maßstäbe der Arbeitskarten, die Länge der abgelaufenen Lotungslinien,
die für die An- und Abmärsche sowie für andere Arbeiten zurückgelegten
Seemeilen und die Zeit, die für die jeweilige Aufgabe benötigt wurde, gehen
aus der "Zusammenstellung der in der Vermessungsperiode 1966 durchgeführ
ten Vermessungs-, Forschungs-, Versuchs- und Untersuehungsfahrten" hervor.
Die Lage der Vermessungsgebiete und deren Ausdehnung sind aus der Abb. 3
"Seevermessung in heimischen Gewässern" ersichtlich.
Die Zusammenstellung gibt ferner Auskunft über die bei der Wracksuche
in der Nord- und Ostsee abgelaufenen Seemeilen, über die Größe der syste
matisch abgesuchten Seegebiete und über die Anzahl der neu gefundenen
Wracke. Für diese Arbeiten wurde bis auf eine kleine Aufgabe in der Nord
see, die das VWS "Atair" übernahm, das VWS "Wega" vom zeitigen Frühjahr
bis in den Dezember hinein eingesetzt. Da "Wega" ohne Taucher fahren
mußte (s. S, 61 ), konnte die geringste Wassertiefe der neu georteten
Wracke nicht gemessen und kein bekanntes Wrack überprüft werden.