1) Vergl. Jahresbericht Nr. 11/1956, S. 21
- Seite 63 -
Seevermessung
Fahrt Nr.
Fahrt Nr.
Fahrt Nr.
Fahrt Nr.
4 vom 22.4. bis 9.6.1966 in den Nordatlantischen Ozean
(Mittelatlantische Schwelle und Reykjanes-Rücken),
5 vom 19.6. bis 15.7.1966 in das Skagerrak,
6 vom 1.8. bis 14.9.1966 in den Nordatlantischen Ozean
(Schelf und Kontinentalabfall vor Südostgrönland),
7 vom 26.9. bis 12.11.1966 in das Mittelländische Meer,
Die nicht beanspruchten Forschungsplätze stellte das DHI anderen Behör
den und Instituten für ihre Messungen und Untersuchungen zur Verfügung.
Die Fahrten Nr. 3 bis 5 und Nr. 7 dienten vorwiegend radiologischen,
meereskundlichen und geophysikalischen Zwecken.
Den Schwerpunkt der Fahrt Nr. 6 bildete die systematische Vermessung
des südostgrönländischen Schelfs mit den Fangplätzen der Hochseefischerei
und des oberen Teils des angrenzenden Kontinentalabfalls. Das Vermessungs
gebiet erstreckte sich vom Breitenkreis 64°N bis südlich von Kap Farvel
und von der 6 sm-Fischereigrenze im Westen bis ungefähr zur 1600 m-Tiefen-
linie im Osten. Es grenzte im Norden an das Seegebiet an, das das Vermes-
sungs- und Forschungsschiff "Gauß" 1956 für die Herausgabe der Fischerei-
1 1
karte Nr. 256 "Gewässer zwischen Island und Grönland" vermessen hatte, '
Der größte Teil des Schelfs - vor allem die bekannten Fangplätze - wurde
auf angenähert senkrecht zur Küste verlaufenden Profilen im Abstand von etwa
3 sm ausgelotet, im übrigen Gebiet betrug der Profilabstand etwa 6 sm.
In nicht ganz 21 Tagen wurden 87 Querprofile und je ein Dängsprofil über
dem Schelf und dem Kontinentalabfall mit einer Gesamtlänge von etwa
4 750 sm abgelaufen.
Die Schiffsorte wurden bis etwa 61°30'N sicher und einwandfrei durch
Hyperbelstandlinien der Loran-A-Senderpaare'114 und 1L5 bestimmt. Weiter
südlich traten wegen der Aufspreizung der Hyperbeln von 1L5 an Stelle der
Loran-Ortungen in zunehmendem Maße Radar-Ortungen nach eindeutig identifi
zierbaren Küstenpunkten. Vergleiche mit Hyperbelwerten von 114 ergaben
ausreichend genaue Übereinstimmungen.
Die Ergebnisse dieser Arbeit dienen in erster Linie einer besseren
Darstellung des Bodenreliefs der verhältnismäßig kleinen südostgrönländi
schen Fangplätze in den entsprechenden deutschen Fischereikarten. Sie
weichen besonders dort von den bisherigen Kartenangaben ab, wo seewärts
der 1 000 m-Tiefenlinie flache Stellen mit Tiefen zwischen 175 und 400 m
eingetragen sind. Vermutlich sind diese Differenzen darauf zurückzuführen,
daß die Ortsbestimmung bei den früheren, nur vereinzelten Lotungsreihen