Jahresbericht Nr. 21/1966
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hierzu vor. Neu hinzugekommen sind auf deren Wunsch fünf Lorankarten im
Gebiet zwischen Island und Grönland (D 256 PL, 257 PL, 258 PL, 259 PL,
260 PL) und sechs Lorankarten der Labradorsee (D 459 PL, 460 PL, 461 PL,
462 PL, 470 PL und 471 PL).
Die Radarkarten
Ein besonderes Problem sind die Radarkarten, für die bisher trotz inten
sivster Bemühungen keine befriedigende Lösung gefunden wurde. Es ist nahe
liegend, daß man die normalen Seekarten als Grundlage für die Radarkarten
verwenden möchte, da diese bereits in den verschiedenen Maßstäben vorlie
gen. Der einfachste Weg - farbiger Eindruck des Radarschirmbildes in die
Seekarte - ist nicht gangbar, da die Seekarte in Mercatorabbildung entwor
fen ist, während man das Radarschirmbild als mittelabstandstreue Azimutal
projektion bezeichnen kann, ganz abgesehen davon, daß das Radarschirmbild
je nach Position des Schiffes, Antennenhöhe, Wellenlänge, Gerätetyp und
-einstellung, den atmosphärischen Verhältnissen sowie Wasserstand und See
gang unterschiedlich ist. Um die normale Seekarte auch für den Radarge
brauch nutzbar zu machen, wird versucht, alle radarauffälligen Objekte
in der Seekarte kenntlich zu machen und das Relief des Landgebietes durch
Höhen- und Formlinien unter gleichzeitiger Hervorhebung der Gipfel durch
Höhenzahlen darzustellen. Zur Erhöhung des plastischen Effektes werden die
Formlinien teilweise verstärkt dargestellt. Die Wiedergabe des Reliefs
des Landgebietes stößt aber immer wieder auf Schwierigkeiten, weil von
vielen Küsten einwandfreie Unterlagen über das Landrelief nicht vorliegen.
In den früheren Kupferstichkarten wurde die Topographie des Landes teil
weise in Schraffendarstellung gebracht, die sehr plastisch wirkte, mit der
Wirklichkeit aber nicht immer identisch war wegen des Mangels an einwand
freien Unterlagen. Bei der Neuherstellung von Seekarten können nur solche
Angaben verwendet werden, die durch Messungen belegt sind.
Als eine Notlösung kann man den Versuch des dänischen hydrographischen
Dienstes betrachten, zu den Pischereikarten der Westküste Grönlands trans
parente Auflegefolien zu erstellen, die das Radarbild wiedergeben, das auf
ganz bestimmten Positionen auf dem Radarschirm erscheint. Die deutsche
Fischerei in den ost- und westgrönländischen Gewässern ist an einer sol
chen Darstellung interessiert. Es soll versucht werden, hier eine einiger
maßen befriedigende Lösung zu finden.