Meereskunde
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ren Kolbenlotkernen und an vier Kastenlotkernen ermittelt. Zur Probenentnah
me stand VFS "Gauß" zweimal zur Verfügung 1 (fünf und acht Tage). Das Kasten
lot wurde freundlicherweise vom Geologischen Institut der Universität Kiel
zur Verfügung gestellt.
In Zusammenarbeit mit dem Institut für die Physik des Erdkörpers der
Universität Hamburg konnten Schallgeschwindigkeiten parallel zu den massen
physikalischen Kennziffern an drei Kolbenlotkernen im Labor und an vier Ka
stenlotkernen an Bord von VFS "Gauß" gemessen werden. Eine Zusammenstellung
aller bislang vorliegenden Meßergebnisse an Schlickkernen aus der südöstli
chen Deutschen Bucht und der Kieler Bucht wurde unter dem Gesichtspunkt ei
ner Abhängigkeit vom Sedimentationsraum vorbereitet.
e) Geräteentwicklungen und Erprobungen - Das Gerät ^ zur in situ-Mes-
sung der elektrischen Leitfähigkeit und der Temperatur in marinen Schlicken
wurde weiterentwickelt und konnte auf zwei Fahrten mit VFS "Gauß” in der
Ost- und Nordsee im März und im April mit zufriedenstellendem Ergebnis er
probt werden. Die Erfahrungen dieser Fahrten führten zu Veränderungen des
Gerätes, z.B. zur Aufteilung des Meßbereiches für die Leitfähigkeit, Ferner
wurde ein Zusatzgerät entwickelt, das durch Anloten der Schlickoberfläche
von einem festen Punkt des Gerätes aus mit Ultraschall kurzer Wellenlänge
(ca. 5 mm) eine genauere Messung der Eindringtiefe des Meßkopfes in den
Schlick als bisher (durch Bestimmung der Fierlänge) ermöglichen soll. Das
Gerät soll nach einer endgültigen Erprobung für systematische Messungen in
Nord- und Ostsee eingesetzt werden.
6. Meereis
a) Eisnachrichtendienst - Der Vinter T966/67 war an üen Küsten der Bun
desrepublik eisarm. In dem seit 1896/97 bestehenden 71“jährigen Beobachtungs
zeitraum waren sowohl an den Küsten der Deutschen Bucht als auch an den Kü
sten der westlichen Ostsee nur sieben Vinter noch eisärmer als der Winter
1966/67. Demgegenüber kann der vergangene Winter im Hinblick auf den er
reichten maximalen Vereisungszustand des gesamten Ostseeraumes einschließ
lich des Bottnischen und Finnischen Meerbusens als ein mäßig starker Eis
winter angesehen werden, dessen Höhepunkt der Vereisung bereits am 1. Febru
ar - fünf Wochen früher als beim Normalwinter - eintrat.
An der Küste der Deutschen Bucht trat Eis in der Zeit vom 7* his Iß*
Januar und vom 15« bis 17* Februar 1967 auf. Dabei beschränkte sich die Eis
bildung im wesentlichen auf die inneren Wattgebiete, und die Kleinschiffahrt
war kaum behindert. An der Küste der westlichen Ostsee wurde nur auf der
l) Vgl. Jahresbericht Nr. 18/1963» S. 48