Jahresbericht Nr» 22/1967
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2. Untersuchungen auf* See:
An der Nesermündung befindet sich ein Titan-Werk' im Bau» Die Ab
fallstoffe dieses Werkes, in der Hauptsache Schwefelsäure und Ei
sensulfat f sollen in einem 12 bis 17 Seemeilen nordwestlich von
Helgoland gelegenen Gebiet versenkt werden. Das Meerwasser dieses
Gebietes wurde eingehend untersucht. Unter anderem wurden der pH-
Wert und der Sauerstoffgehalt des Wassers sowie der Eisengehalt
des Wassers und des Sediments quantitativ bestimmt. Für die Un
tersuchung wurde eine Apparatur gebaut, mit der die vertikale
Verteilung des in diesem Zusammenhang besonders wichtigen pH-'Wer
tes registriert werden kann» Außerdem kam erstmals ein System von
Wasserschöpfern zum Einsatz, mit dem dicht über dem Meeresboden
unmittelbar übereinander acht Wasserproben genommen werden können.
Die Ergebnisse der so ausgeführten Untersuchungen dienen als Grund
lage für die spätere dauernde Überwachung des Seegebietes auf die
Abfallprodukte des Titan-Werkes.
3» Auswertung früherer Untersuchungen:
Die im Vorjahr vorgenommenen Untersuchungen über die vertikale Dif
fusion von natürlichen Stoffen und Abfallstoffen in der Iberischen
Tiefsee-Ebene wurden ausgewertet (s. Abb. 8) und in der Deutschen
Hydrographischen Zeitschrift veröffentlicht.^^
4. Theoretische Untersuchungen:
Die möglichen Veränderungen des Meeres durch Abfälle würden syste
matisch untersucht. Die Ergebnisse führten zu einer Einteilung von
Abfällen nach Stoff und Menge in fünf Gefahrenklassen. Jeder Gefah
renklasse wurden Meeresgebiete mit bestimmter Wassertiefe zugeord
net , in denen das Einbringen der in Betracht kommenden Abfälle er
laubt ist» Über diese theoretischen Untersuchungen trugen DHI-An
gehörige auf einem Internationalen Symposium in Helgoland vor.
b) Sonstige meereschemf sehe Arbeiten - Von 8000 Wasserproben von Feu
er-, Forschung®- und Handelsschiffen wurde der Salzgehalt bestimmt. Seit
Jahresmitte werden alle Sa1zgeha11sbestimmungen mit einem neuen induktiven
elektrischen Salinometer ausgeführt.
Die im DHI gebaute Analysenapparatur zur kontinuierlichen Registrierung
2)3)
von Spurenstoffen, z.B« Phosphat, Nitrat und Silikat f in Meerwasser
ist weiter entwickelt worden. Insbesondere ließ sich die Meßgenauigkeit der
1) Vgl. Deutsche Hydrographische Zeitschrift Jg.t9/t966, H.6, S.266 - 284
2) Vgl» Jahresbericht Nr.. 18/1963* S* 47
3) Vgl» Jahresbericht Nr. 19/1964, S. 65