Jahresbericht Nr. 22/19&7
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Versuchsanordnung bezweckte die Nachahmung der bei der Versenkung löslicher
Verunreinigungsstoffe entstehenden Situation, bei der etwa 12 Stunden lang
Rhodaminlösung aus einem Behälter durch eine feine Düse austrat. Die Farb-
"Fahne" konnte mit Hilfe des Vertikal- Fluorometers wenige Meter über dem
Boden 'aufgesucht werden. Ihre Intensität und Ausdehnung wurde vermessen.
Der Versuch war dennoch kein voller Erfolg, weil die Austrittsdüse ver
stopfte und die austretende Farbstoffmenge daher wesentlich kleiner war
als beabsichtigt.
In der zweiten Oktoberhälfte fand die "Meteors-Fahrt Nr. 11 in die
Biskaya statt, die ausschließlich der Erprobung neuer Geräte und Meßmetho
den diente und an der Angehörige des DHI und mehrerer Hochschul-Institute
teilnahmen. Ein von der Abteilung Meereskunde als sehr bedeutungsvoll ange
sehener Versuch, nämlich die Auslegung und Wiederaufnahme einer Strommesser
Station auf ca. 5000 m Tiefe unter Verwendung eines Kunststoffseils und ei
nes Zeitauslösegerates, verlief trotz stürmischer Wetterlage dank des see
männischen Könnens der Besatzung erfolgreich. Dagegen führte die Erprobung
eines vom britischen National Institute of Oceanography erworbenen "Swallow
Finger" wegen der mangelhaften Übereinstimmung von Sendefrequenzen und Ab
stimmung des Empfangs-Sonargeräts noch nicht zu befriedigenden Ergebnissen.
d) Auswertung und wissenschaftliche Bearbeitung von Beobachtungen - Die
Aufbereitung des Beobachtungsmaterials, insbesondere der "Delphin"-Messun-
1 } p)
gen aus dem Skagerrak Juli 1966 sowie der Rhodamin-Versuche 1966 ' und
1967 (s.o.), wurde fortgesetzt und konnte im wesentlichen abgeschlossen wer
den, obwohl der für diese Arbeiten zuständige einzige Mitarbeiter mehrere
Monate durch Krankheit ausfiel.
Die wissenschaftliche Bearbeitung der Ergebnisse des ICES-Vermischungs-
Versuchs RHENO 19^5 ^ wurde intensiv vorangebracht; im Frühjahr fanden in
Hamburg und in De Bilt Arbeitssitzungen der beteiligten Wissenschaftler
statt, und zwei Angehörige des DHI berichteten im Oktober auf einem spe
ziellen Symposium über Diffusions- und Turbulenzprobleme während der Tagung
der International Association of Physical Oceanography (lAPO) in Bern in
zwei Referaten über die Resultate. Bei der Behandlung ihrer theoretischen
Deutung entwickelte sich eine enge und fruchtbare Zusammenarbeit mit einem
Wissenschaftler vom Fishery Laboratory, Lowestoft (England), die noch fort
gesetzt wird. Die Veröffentlichung aller Daten und Ergebnisse ist für das
kommende Jahr geplant.
Neu begonnen wurden theoretische Untersuchungen zu einer von
Dr. J. Joseph (Monaco) vorgeschlagenen Methode, Turbulenz auf kleinstem
Raum mit Hilfe langsam fallender Plastik-Kügelchen zu messen.
1) und 2) Vgl. Jahresbericht Nr. 21/1966, S. 78
3) Vgl. Jahresbericht Nr. 20/1965, S. 59