Meereskunde
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aus regelbaren Tiefensteuereinrichtung sowie einem zusätzlichen Salzge-
halts-Meßkanal begannen die Vorarbeiten.
Das in den vergangenen Jahren entwickelte digitale Auswertegerät für
Strommesserfilme ^ ist inzwischen betriebsfertig. Sobald die Fertigung
der benötigten codierten Kompaß- und Zählscheiben anläuft, sollen die vor
handenen Strommesser damit ausgerüstet werden. Alsdann kann das Auswerte
gerät erstmalig bei der Auswertung echter Messungen erprobt werden.
Für die Ausrüstung der neuen Leuchttürme Kiel und Flensburg-Kalkgrund
wurde mit der Beschaffung und dem Aufbau von Meßeinrichtungen begonnen.
Hierzu waren,z.T. umfangreiche Labor-Voruntersuchungen notwendig, um die
Eignung von bestimmten Bauelementen, Meßverfahren usw. für die ¿speziellen
Anforderungen eines unbewachten Dauerbetriebes festzustellen. Im Dezember
konnte die Temperatur-Salzgehalts-Meßanlage für eine Meßtiefe auf dem
Leuchtturm Kiel installiert werden.
Für die Rhodamin-Vermischungsversuche wurde die Fluorometerregistrie
rung mit einem digitalen Datendrucker kombiniert und dadurch die Auswertung
der Messungen erheblich vereinfacht. Ferner ist zusammen mit der Versuchs
werkstatt eine Düse entwickelt worden, die am Meeresboden ausgelegt wird
und dort über längere Zeit dauernd eine definierte Farbstoffmenge pro Zeit
einheit abgibt. Die Erprobung auf See mit VFS "Gauß” ergab noch einige Ver-
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besserungswünsche '.
Der Zusammenbau, die Verdrahtung usw. der genannten Geräte und einiger
Meßeinrichtungen für FS "Meteor" erfolgten unter Verwendung moderner Gerä
tegestelle oder -schränke weitgehend in der kleinen Werkstatt des Physika
lischen Labors.
c) Arbeiten auf See - Im Juni wurden auf einer dreieinhalbwöchigen
Forschungsfahrt mit VFS "Gauß" unter der Leitung von ORR Dr. Weidemann
Untersuchungen zur Hydrographie der Kordsee und zum Diffusions- und Turbu
lenzproblem ausgeführt. Dabei stellte man wieder einen Versuch mit 250 kg
Rhodamin B im Seegebiet nördlich der Doggerbank an, der diesmal - im An
fangsstadium der sommerlichen Schichtung und bei relativ ruhiger Wetterla
ge - eine wesentlich langsamere Verdünnungsgeschwindigkeit ergab. Der Farb-
fleck konnte daher länger als sonst messend verfolgt werden.
Auf dieser Fahrt wurden im gleichen Seegebiet mehrere Strommesser in
einem Dreieck von ca. 30 sin Seitenlange ausgelegt, um weiteres Material für
die Untersuchung der horizontalen und vertikalen Scherungsvorgänge zu erhal
ten. Schließlich fand ein erster Rhodaminversuch am Meeresboden statt. Die
1) Vgl. Jahresbericht Nr. 20/1965. S. 63
2) Vgl. Jahresbericht Nr. 20/1965, S. 63