Geophysik und Astronomie
Gegensatz zu dem allgemein üblichen Näherungsverfahren, auch bei teilweise
unvollständig beobachteten Gruppen optimale Resultate.
Das neuerdings diskutierte zweijährliche Glied in den Schwankungen der
Erdrotation ergab.sich bei einer Analyse der Zeitbestimmungen des DHJ im
Intervall 1950 - 19b5 mit einer Amplitude von 11 Millisekunden.
Sternaufnahmen des photographischen Zenitfernrohrs beim Dominion Obser-
vatory, Ottawa, wurden am eigenen Meßapparat ausgemessen. Entsprechend ver
fuhr das Dominion Observatory mit P.Z.R.-Platten des DHI. Beim Vergleich
der beiderseitigen Resultate nach verschiedenen Kriterien konnten keine
wesentlichen systematischen Unterschiede festgestellt werden.
Die Wirtschaftlichkeit verschiedenartiger Beobachtungsprogramme für
photographische Zenitfernrohre in bezug auf die Verbesserung des Sternka
talogs wurde auf der Grundlage konstruierter Programme für Instrumente in
10°, 40° und 50° Breite untersucht. Der Referent trug darüber bei der Ge
neralversammlung der Internationalen Astronomischen Union in Prag vor.
b) Zeitbewahrung - An den Quarzuhren traten im Berichtsjahr keine nen
nenswerten Störungen auf. - Die Atomzeitskala der Physikalisch-Technischen
Bundesanstalt (PTB), Braunschweig, wurde weiter im laufenden Dienst verwen
det. Der Anschluß an die eigenen Quarzuhren erfolgte über die Kontakte der
Quarzuhr P der PTB, die zweimal wöchentlich auf dem Leitungswege übertra
gen werden. Die Übertragungsgenauigkeit konnte durch Bereitstellung einer
Niederfrequenz-Drahtleitung auf der ganzen Strecke PTB - DHI seitens der
Bundespost und durch ein verbessertes Meßverfahren wesentlich gesteigert
werden. Der durchschnittliche Fehler einer Übertragung betrug ln der zwei
ten Jahreshälfte t 0.03 Millisekunden. Der PTB wurden die mit dem P.Z.R.,
gemessenen Uhrkorrektionen "Weltzeit TUO minus P " ^ mitgeteilt.
Mit der Hamburger Sternwarte wurden, wie bisher, Quarzuhrenkontakte,
mit dem Fernmeldetechnischen Zentralamt, Darmstadt, Quarzuhrenfrequenzen
ausgetauscht.
c) Zeitkundgebung - Seit Jahresbeginn werden die Zeitsignale der Kü
stenfunkstelle Kiel Radio über eine Leitungsverbindung getastet. Sie waren
vorher durch Ballempfang von Norddeich Radio übernommen worden und galten
daher nicht als Präzisionssignale. Seit 1. Oktober sendet Kiel Radio, im
Anschluß an das Neue Internationale Zeitsignal ("Onogo-Signal"), um 0 Uhr
und 12 Uhr MGZ fünfeinhalb Minuten lang das für Präzisionsmessungen besser
geeignete Sekundensignal.
Am 3. September installierte die PTB in der Funk- und Sendestelle
Mainflingen ein atomares Frequenznormal ("Rubidium-Gaszelle") zur Steue-
1) Temps Universel