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Geophysik- und Astronomie
Die Bearbeitung der gleichzeitig mit Radaraufnahmen gewonnenen stereophotogrammetrischen
Aufnahmen der Meeresoberfläche aus dem Jahre 1965 konnte
endlich aufgenommen werden. Die bereits 19^4 vermutete Auslöschung einzelner
Reflexe durch Interferenzen scheint sich zu bestätigen. Jedenfalls
zeigen die visuellen Bilder weit mehr Meereswellen als die gleichzeitigen
Radarbilder Seegangreflexe; ein Zusammenhang mit den Vellenkuinmen besteht,
doch ist die Zahl der Koinzidenzen weniger als die Hälfte der gesehenen Vellen.
Ins einzelne gehende Untersuchungen der Strukturen dauern an und werden
hoffentlich weitere Aufschlüsse gewähren.
Die nautische Zeitschrift "Der Seewart" erschien wie. in jedem Jahr
fristgerecht mit 6 Heften. Das Interesse der fahrenden Nautiker äußerte
sich wiederum in einer großen Zahl von Beiträgen und Beobachtungen aus verschiedenen
Erdteilen und Ozeanen. Auch das Ausland nimmt stärkeres Interesse
an der Zeitschrift.
3• Zeitdienst und Chronometrie
a) Zeit- und Breitenbestimmung - Am 250/3750 mm photographischen Zenitfernrohr
(P.Z.R.) wurden in 93 Nächten 2130 Durchgänge von Fixsternen beobachtet.
Davon entfielen I869 Beobachtungen auf die 119 Programmsterne für
die Zei,t- und Breitenbestimmungen; der Rest verteilt sich auf 16 Zusatzsterne,
die 1970 einen Teil der Programmsterne ersetzen sollen.
Eine luftdichte Pendeluhr aus alten Beständen wurde instandgesetzt und
mit einem photoelektrischen Kontakt versehen. Sie dient als Reserveuhr zur
Anzeige der Sternzeit im Beobachtungsgebäude.
Für die projektierte vollautomatische Steuerung des P.Z.R. wurde ein
elektronischer Programmspeicher entworfen, der die Vorwahl der Schaltzeiten
von 80 Sternen gestattet. Ein Kreuzschienenverteiler und andere Bauteile für
den Speicher wurden beschafft bzw. angefertigt.
Seit Jahresbeginn werden dem Bureau International de l’Heure (B.I.H.),
Paris, wöchentlich die Ergebnisse der Zeit- und Breitenbestimmungen, monatlich
die Empfangszeiten wichtiger Zeitsignale jeweils innerhalb kürzester
Frist mitgeteilt. Sie werden dort bei der Ableitung der Polkoordinaten und
der endgültigen Signalsendezeiten im System der astronomischen Weltzeit mit
verwendet. - Das Zentralbüro des "International Polar Motion Service" erhielt
monatlich eine Zusammenstellung der Ergebnisse der Zeit- und Breitenbestimmungen.
(s, Abb. 12)
Aus den P.Z.R.-Beobachtungen 1966.5 bis 19b?»5 wurden Korrektionen der
Sternörter abgeleitet. Bei der Bestimmung der Korrektionen für die einzelnen
Sterne in bezug auf den jeweiligen Gruppenschwerpunkt wurde von einem
beim Referat neu entwickelten Verfahren Gebrauch gemacht. Es liefert, im