Das DH1 im Jahre 1969
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A. Allgemeiner Bericht
I, DAS DEUTSCHE HYDROGRAPHISCHE INSTITUT IM JAHRE 1969
Der Programm-Ausschuß der Deutschen Kommission für Ozeanographie (DKfO),
die 1968 vom Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft gebildet wurde und
dem der Präsident des DHI als stellvertretender Vorsitzender angehört, trat mehr
fach zusammen und stellte ein „Gesamtprogramm für die Meeresforschung in der
Bundesrepublik 1969—73“ auf, das am 6. 6. 69 von der DKfO einstimmig gebilligt
und anschließend vom Bundeskabinett mit Zustimmung zur Kenntnis genommen
wurde. Dieses Programm umfaßt die Vorhaben der Bundesressorts, der Küsten
länder, der Deutschen Forschungsgemeinschaft und der Wirtschaft. Es soll für den
genannten Zeitraum als Leitlinie dienen bei dem Bemühen, die Meeresforschung
und Meerestechnik in der BR nachdrücklich zu stärken. Der Präsident des DHI
nahm ferner an den Arbeiten des Ausschusses „Internationale Angelegenheiten“
der DKfO teil, und ihm wurde der Vorsitz des neu gebildeten „Ausschusses für
Fragen der Meeresverschmutzung" übertragen. Das DHI ist durch weitere Ange
hörige in dem letztgenannten Ausschuß sowie im „Ausschuß für Forschungsschiffe
und Unterwassersysteme“ und im „Ausschuß für Rohstoffe“ vertreten.
Die Fachgruppe „Ozeanographie“ der Arbeitsgruppe „Politik auf dem Gebiet der
wissenschaftlichen und technischen Forschung“ der Kommission der Europäischen
Gemeinschaften nahm unter dem Vorsitz des Präsidenten des DHI ihre Arbeit wie
der auf. Ein Bericht, der auf verschiedenen Gebieten ein gemeinsames Vorgehen
der sechs Mitgliedstaaten, Großbritanniens und der skandinavischen Länder vor
schlägt, liegt dem Ministerrat vor.
Entsprechend den Beschlüssen, während einer „Ozeanographischen Dekade“ Er
hebungen über die Naturschätze des Meeres und deren Nutzbarmachung anzu
stellen, beauftragten die Vereinten Nationen die Zwischenstaatliche Ozeanogra-
phische Kommission (IOC, UNESCO) damit, ein erweitertes langfristiges Pro
gramm für die Meeresforschung auszuarbeiten. Dieses Programm wurde auf der
9. und 10. Sitzung des lOC-Bureaus mit dem Konsultativrat sowie auf der Tagung
einer besonders gebildeten Arbeitsgruppe entworfen und im September von der
6. lOC-Votlversammlung in Paris angenommen, ebenso wie die neuen Statuten,
die der IOC eine größere Beweglichkeit und Wirksamkeit verleihen. Der Präsident
des DHI vertrat die BR im Konsultativrat, gehörte der Arbeitsgruppe an und führte
auf der Vollversammlung die deutsche Delegation. Für die deutsche lOC-Sektion
beim Auswärtigen Amt nahm das DHI weiterhin die Geschäfte des Sekretariats
wahr.
Das Forschungsschiff „Meteor“ stand 1969 vertragsmäßig der Deutschen For
schungsgemeinschaft zur Verfügung. Anfang Januar besuchte der Bürgermeister
der Freien und Hansestadt Hamburg und damalige Bundesratspräsident, Prof. Dr.
Weichmann, sowie der Staatssekretär beim Bundesministerium für Verkehr, Karl
Wittrock, das Schiff.
Die Reise Nr. 16, vom 14. 1. bis 9. 5., gliederte sich in drei Abschnitte, Während