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Full text: Jahresbericht 1969

Geophysik und Astronomie 
61 
Deutsches Ozeanographisches Datenzentrum 0,4% 
Berechnung ozeanographischer Parameter 
Außerdem für andere Behörden 10,7% 
Darunter 
Bundesministerium für Verkehr (Seeverkehrsstatistik, Betriebs 
krankenkasse) 
Deutscher Wetterdienst, Seewetteramt (Monatskarten des Atlan 
tischen Ozeans) 
Wasser- und Schiffahrtsdirektion Hamburg (Binnenschiffahrts- 
Statistik) 
6. Meereis 
a) Eisnachrichtendienst 
Der Winter 1968/69 war an den Küsten der Bundesrepublik eisreich. Seit 1896/97 
hatten an der Nordseeküste 21 Winter, an der Küste der westlichen Ostsee nur 
15 Winter mehr Eis. im gesamten Ostseeraum lag der Höchststand der Vereisung 
ebenfalls erheblich über dem langfristigen Durchschnitt. 
An der Küste der Deutschen Bucht bildete sich sehr früh, am 16. November 1968, 
etwas Eis, das schon nach zwei Tagen abschmolz. Charakteristisch für den Winter 
waren zwei ungewöhnlich lange Vereisungsperioden, die vom 11. Dezember 1968 
bis 29. Januar 1969 und vom 11. Februar bis 30. März 1969 dauerten. Der Höchst 
stand der Vereisung wurde im Februar erreicht. Damals waren das gesamte 
Wattenmeer, die Nordseezuflüsse mit den Mündungsgebieten sowie die inneren 
Buchten der westlichen Ostsee mit Eis bedeckt. Die Küsten der westlichen Ostsee 
vereisten für kurze Zeit. In den meisten Fahrwassern war die Küstenschiffahrt sehr 
stark behindert. 
Mit der Ausgabe des ersten gedruckten Eisberichts wurde am 4. November 1968 
begonnen. Der letzte Eisbericht erschien am 4. Juni 1969. Es wurden 141 Eis 
berichte und 52 Eisübersichtskarten veröffentlicht, mit einer Auflage von 340 Exem 
plaren. 553 telephonische Eisauskünfte wurden erteilt, 58 Eisberichte an den Nord 
deutschen Rundfunk sowie 13 Eiswarnmeldungen an die Küstenfunkstellen Nord 
deich- und Kiel-Radio zur Weiterverbreitung abgegeben; 10 Gutachten wurden 
ausgearbeitet. Außerdem erhielt das Seewetteramt Hamburg als Orientierungs 
hilfe für die Routenberatung der Schiffe 28 Eisübersichtskarten über die Eisver 
hältnisse in den Seegebieten von Neufundland und im St.-Lorenz-Golf. 
Der Austausch der Eismeldungen mit den von der Vereisung betroffenen Nord- 
und Ostseestaaten verlief wie in den vorangegangenen Jahren reibungslos. Der 
Deutsche Wetterdienst übermittelte die ausländischen Eismeldungen über das 
Wetterfernschreibnetz und stellte die Beobachtungen der amerikanischen Wetter 
satelliten zur Verfügung. Das Seewetteramt Hamburg beriet den Eisdienst mete 
orologisch. 
Im Frühjahr wurden Testaufnahmen ausländischer Eiskarten mit einem dem See 
wetteramt entliehenen Hellfax-Blattschreiber vorgenommen. Die erzielten Ergeb 
nisse waren im ganzen zufriedenstellend.
	        
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