Geophysik und Astronomie
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sität Hamburg wurde eine Askania-Fadenwaage für Messungen in Äthiopien für
einige Monate leihweise zur Verfügung gestellt.
Wie in den Vorjahren wurde in Wingst eine Registrierapparatur für erd magnetische
Pulsationen des Instituts für Geophysik der Universität Göttingen betreut.
Im Erdmagnetischen Observatorium Wingst wurden im Berichtsjahr neben anderen
Instrumenten ein transportabler erdmagnetischer Variograph und zwei Einzel
systeme aus Variographen nachjustiert, geprüft und attestiert.
Im Rahmen der von der Deutschen Forschungsgemeinschaft veranstalteten Atlan
tischen Expedition 1969 mit dem FS „Meteor“ wurden die erdmagnetischen Kom
ponenten auf der Insel Fernando de Noronha und auf der Ankerstation am Schnitt
punkt des erdmagnetischen mit dem geographischen Äquator vom Observatorium
registriert. Die Messungen sollen zusammen mit gleichartigen, die während der
Atlantischen Expedition 1965 gewonnen wurden, Aufschluß über den äquatorialen
Electrojet und die damit zusammenhängenden Stromsysteme in der Ionosphäre
geben.
b) Erdmagnetische Kartographie
Durch Tausch der „Ergebnisse der erdmagnetischen Beobachtungen“ erhält das
DHI umfangreiches Zahlen- und Datenmaterial von allen Gebieten der Erde und
kann der Schiffahrt ausreichende Angaben über die Magnetkompaßnavigation
liefern. Die Ergebnisse der „internationalen Erdmagnetischen Weltvermessung"
haben die Genauigkeit der Isogorten, Isoklinen und Isodynamen in den Kartendar
stellungen weiter verbessert.
Die Sammlung der „Gebiete unsicherer Mißweisung“ für den Störungsatlas wurde
weitergeführt.
Für sieben Seehandbücher wurden Textbeiträge für die Mißweisungsverhältnisse
und Isogonen karten gegeben. Als Beiträge für 74 Seekarten wurden 214 Miß
weisungswerte angegeben und 97 „Gebiete unsicherer Mißweisung“ bearbeitet.
Für sieben Seekarten wurde die Linienführung der Isogonen entworfen. Zahlreiche
Auskünfte wurden erteilt.
c) Gravimetrie
Die im Jahre 1968 auf der Fahrt Nr. 14 des FS „Meteor“ auf dem Island-Färöer-
Rücken gewonnenen Meßdaten wurden ausgewertet und zu einem Isanomalenplan
der Freiluftschwere verarbeitet. Die gravimetrischen und magnetischen Meßergeb
nisse der „Meteor“-Fahrten Nr. 2 (Teilstück Große Meteor-Bank) und Nr. 4 (Reyk-
janes-Rücken) sowie einer Meßfahrt im Roten Meer wurden bearbeitet und ver
öffentlicht.
An den beiden Seegravimeteranlagen mit zwei Askania-Gravimetern vom Typ
Gss 2 und zwei Anschütz-Kreiselstabilisierungen wurden Nacheichungen ausge
führt, umfangreiche Überholungsarbeiten vorgenommen und die Datenübertragung
verbessert. Das Instrumentarium wurde durch einen weiteren elektrisch gestützten
Horizontkreisel und durch den Gravimeter-Prototyp Gss 3 zum Einsatz als Land-
und Seegravimeter erweitert. Die Anlage zur laufenden, automatischen Erfassung
digitaler Meßwerte von zwei Seegravimetern mit den zugehörigen Angaben über
Profilnummer, Uhrzeit und Wassertiefe wurde fertiggestellt und soll 1970 auf See
erprobt werden.