Geophysik und Astronomie
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Eine ältere Quarzuhr wurde als Reserveuhr für den Betrieb des PZR Im Beobachtungsgebäude
Stadtpark installiert.
b) Zeitbewahrung
Die Caesium-Atomuhr zeigte um die Jahresmitte, noch vor Ablauf der Garantiefrist,
Gangunregelmäßigkeiten bis zu einer Mikrosekunde durch Tag 2 . Nachdem
das Strahlrohr bei der Herstellerfirma durch ein neues ersetzt war, ging die Uhr
wieder zufriedenstellend.
Zur Atomuhr ständig synchron gehalten werden zwei Quarzuhren. Über einen im
Berichtsjahr gebauten Trennverstärker können alle Geräte im Zeitdienst wahlweise
auf die Frequenz einer der drei Uhren geschaltet werden.
Von Jahresbeginn an wurde die Atomuhr nur noch auf drahtlosem Wege mit der
Atomzeitskala der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB), Braunschweig,
verglichen. Messungen im Vorjahr hatten erwiesen, daß die Zeitvergleiche durch
beiderseitige Messung der Phase der Navigationsimpulse des Loran-C-Senders
Sylt um den Faktor 50 genauer sind als die Vergleiche über eine Kabelverbindung.
Eine weitere Verbesserung brachten Vergleiche nach der „Fernsehmethode“, die
nach Beschaffung bzw. Bau der erforderlichen Einrichtungen und Vorversuchen
vom Dezember an regelmäßig über den Sender Uelzen vorgenommen wurden.
Dabei werden an beiden Stellen dieselben Bildsynchronisationsimpulse gegen
die Sekundenimpulse der jeweiligen Hauptuhr gemessen. Die Standardabweichung
der Zeitübertragung liegt unter ± 0,1 Mikrosekunden. — Die Meßergebnisse wurden
laufend ausgetauscht. Über festgeschaltete Kabel wurden wie bisher mit der
Hamburger Sternwarte Uhrkontakte und mit dem Fernmeldetechnischen Zentralamt
(FTZ), Darmstadt, die Frequenzen der Hauptuhren ausgetauscht.
c) Zeitkundgebung
Am 1. Dezember wurde die Sendezeit des Langwellensenders DCF77 für Normalfrequenzen
und Zeitmarken der PTB und für Zeitsignale des DHI auf täglich
16 Stunden ausgedehnt. Über Seefunkfrequenzen im Grenz- und Kurzwellenbereich
wurden Zeitsignale im Umfang des Vorjahrs ausgestrahlt. Der Deutschlandfunk
übernahm das Kurzzeitzeichen. Nach Bau eines dritten Modulationsgerätes
und Bereitstellung weiterer Leitungen seitens der Bundespost wurde zwischen
dem Signalgeber im DHI und jeder der Sendestellen Elmshorn, Norddeich
und Kiel eine unabhängige Verbindung mit wählbarem Laufzeitausgleich geschaltet.
Seit dem 1. März geben alle Zeitsignale des DHI auf 0,1 Millisekunden genau die
UTC (Universal Time Coordinated) des BIH.
Wie in den Vorjahren wurde die Hauptuhr der Bundesbahndirektion Hamburg-Altona
gesteuert, von der sämtliche Bundesbahnuhren sowie die Uhrenanlagen
des Zweiten Deutschen Fernsehens und des Hessischen Rundfunks abhängen,
ferner die zentrale Uhrenanlage der Hamburger Hochbahn AG, des Norddeutschen
Rundfunks, Fernsehstudio Lokstedt, und die Hauptuhr einer Hamburger
Herstellerfirma für Schiffs-Chronometer.
d) Sonstige Zeitdienstangelegenheiten
Das U.S. Naval Observatory ließ wieder mittels einer batteriegespeisten, transportablen
Caesium-Atomuhr die Laufzeiten zwischen den Loran-C-Sendern und