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Full text: Jahresbericht 1969

Geophysik und Astronomie 
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an die Radarleitzentrale Cuxhaven übermittelt. Diese Einrichtung hat sich während 
der Perioden mit besonders niedrigen Wasserständen gut bewährt. Der Auskunfts 
dienst für den Hamburger Raum wird bei Sturmfluten wesentlich entlastet durch 
den Fernsprechansagedienst der Deutschen Bundespost (Rufnummer Hamburg 
11 55). Der Geophysikalische Beratungsdienst der Bundeswehr sowie die Wetter 
ämter Bremen und Schleswig erhielten wie vereinbart fernschriftlich Warnungen 
und Vorhersagen. 
b) Besondere Arbeiten 
Halbmonatige Hochseepegel-Beobachtungen an 9 Meßstellen der Deutschen Bucht 
ergänzten die bisher gewonnenen Beobachtungsreihen. Vom Hydrographischen 
Dienst der Niederlande gingen Beobachtungen von 41 weiteren Stationen der 
westlich anschließenden Gebiete ein. Insgesamt lagen damit bis Ende des Jahres 
Gezeitenbeobachtungen von 152 Positionen der Nordsee südlich von 56° vor, 
größtenteils waren sie auch reduziert, harmonisch analysiert, und die wichtigsten 
nonharmonischen Grundwerte bestimmt. 
Anschließend sollen für die Deutsche Bucht planquadratweise mittlere Spring- und 
Nipptidenkurven bestimmt werden. Mittels dieser Kurven wird es künftig bei der 
Seevermessung möglich sein, die Lotungen genauer zu beschicken, als es nach 
den Aufzeichnungen der Küstenpegel sowie der Hochwasser-Zeitunterschiede und 
dem Verhältnis der Springtidenhübe allein möglich ist. Das wurde insbesondere 
bei der Aufgabe erprobt, während der Seegangsuntersuchungen der Abteilung 
Meereskunde für 4 Meßstellen in See stündliche Wasserstände über drei Wochen 
vorauszuberechnen. 
An Hand der Wasserstandsbeobachtungen, die dem Windstau- und Sturmflut 
warndienst von der Ostküste Großbritanniens durch den britischen Storm Surge 
Warning Service zugingen, ließen sich Fernwellen, die von außen in die Nordsee 
eindringen, und freie Schwingungen unterscheiden. Die Untersuchungen werden 
fortgesetzt. 
Anläßlich der Erkundigung einer Reederei wurde nach 126jährigen Beobachtungen 
von Cuxhaven ermittelt, wie häufig stark erniedrigte Niedrigwasser Vorkommen. 
Niedrigwasser von 0,75 m und mehr unter dem mittleren Niedrigwasser treten 
z. B. am häufigsten im Januar, und zwar bis zu achtmal hintereinander, auf. 
2. Navigationsverfahren 
Das Nautische Jahrbuch 1970 erschien Mitte des Jahres in einer Auflage von 
4200 Exemplaren. Die Druckvorlage für den Jahrgang 1971 war am Jahresende 
fertiggestellt. Vom Jahrgang 1973 an soll die Druckvorlage des Nautischen Jahr 
buchs vollautomatisch von der Rechenanlage hergesteilt werden. Die dazu erfor 
derlichen Unterlagen werden das U.S. Naval Observatory, Washington, D.C., das 
Nautical Almanac Office, Herstmonceux, und das Astronomische Recheninstitut, 
Heidelberg, in maschinenlesbarer Form zur Verfügung stellen. Für den Fischerei- 
Almanach wurden Sonnen- und Mondephemeriden umgerechnet, für den Gezeiten 
kalender, die Wetterkarten des Seewetteramts und weiterer Wetterämter sowie 
Tageszeitung und Kalender die Auf- und Untergangszeiten von Sonne und Mond 
ermittelt. Zahlreiche Stellen erhielten auf Anfrage Auskünfte über die Stellung der 
Sonne bzw. des Mondes und über Helligkeitsverhältnisse. — Wie in den Vorjahren
	        
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