Meereskunde
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7. Angewandte Meereskunde
a) Meßnetz
Die Beobachtungen auf den Feuerschiffen der Nord- und Ostsee wurden dank der
freiwilligen Mitarbeit der Besatzungen im bisherigen Umfang weitergeführt. Der
Unterstützung von Handelsschiffsbesatzungen ist es zu verdanken, daß im Be
richtsjahr insgesamt 800 Proben des Oberflächenwassers von festen Positionen
auf der Linie Hamburg/Hull und aus einer Reihe von Auslandshäfen für die Aus
wertung zur Verfügung standen. Das Material wurde wie üblich aufbereitet. Die
neue Form der Beobachtungstagebücher für Feuerschiffe, die zum 1.1. 1969 ein
geführt wurde, hat sich bewährt.
Die Aufbereitung der am Leuchtturm Kiel automatisch gewonnenen Registrierun
gen konnte zunächst nicht fortgeführt werden, weil der zuständige Sachbearbeiter
verstarb. Durch seinen Tod wurden auch die wissenschaftlichen Auswertearbei
ten auf diesem Sektor unterbrochen. Ein Nachfolger konnte noch nicht eingestellt
werden.
b) Gutachten und Beiträge zu nautischen Veröffentlichungen
Wie in den Vorjahren wurden auf Anforderung von Firmen und Behörden zahl
reiche meereskundliche Auskünfte erteilt und Gutachten ausgearbeitet. In zuneh
mendem Maße werden solche Beratungen jedoch von den Experten der verschie
denen Fachrichtungen (Chemie, Geologie, Seegang usw.) gegeben.
Die Beiträge der Abteilung Meereskunde zu den nautischen Veröffentlichungen
des DHI befassen sich in der Regel mit den Strömungen, der Temperatur und dem
Salzgehalt an der Wasseroberfläche des betreffenden Seegebiets. Der Beitrag zum
Seehandbuch „Westküste Amerika, II. Teil“, wurde abgeschlossen, die Arbeiten
für die Neuausgabe der Monatskarten für den Südatlantischen Ozean wurden fort
gesetzt. Für Beiträge zu den Seehandbüchern „Mittelmeer, IV. Teil“ und „Ostküste
Vereinigte Staaten“ wurden Vorarbeiten geleistet.
c) Meßtätigkeit
Um anderen Wissenschaftlern die Möglichkeit zu geben, die Meßergebnisse der
Forschungsfahrten auf FS „Meteor“ 1968 und 1969 auszuwerten, übernahm die für
„Nutzanwendungen“ zuständige Sachbearbeiterin zusätzlich die Leitung und Aus
wertung der hydrographischen Untersuchungen westlich von Sylt und der For
schungsfahrt mit VFS „Gauß“ im September in die Nordsee. Ober beide Vorhaben
wird im Abschnitt „Regionale physikalische Meereskunde“ berichtet. Aus der Fülle
der Aufgaben ergab sich für diese Gruppe allerdings eine besonders starke Über
lastung.
Wie in jedem Jahr gaben wir eine Sonderdrucksammlung „Ozeanographie“ für
das Vorjahr heraus.
Vier Wissenschaftler der Abteilung beteiligten sich am Sturmflutwarndienst.
Angehörige der Abteilung Meereskunde waren in vielen nationalen und internatio
nalen Gremien tätig. Neben den oben genannten Ausschüssen sind besonders zu
erwähnen: UNESCO/IOC, Deutsche lOC-Sektion, IGOSS (Integrated Global Ocean
Station System) der IOC, Ausschüsse der Deutschen Kommission für Ozeano-