Meereskunde
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der Verschmutzung der Ostsee angefertigt. Der Leiter des Referats Meereschemie
des DHI hat als Mitglied der Arbeitsgruppe an der Ausarbeitung dieses Berichtes
mitgewirkt.
b) Sonstige meereschemische Arbeiten
Wegen der starken Inanspruchnahme des Personals für die Untersuchungen im
Titan-Versenkungsgebiet konnten keine neuen meereschemischen Probleme in
Angriff genommen werden. Daher wurden lediglich die Untersuchungen des Vor
jahres im nordwestafrikanischen Auftriebsgebiet („Meteor"- Reise 13) ausgewertet
und zur Veröffentlichung vorbereitet.
c) Umzug nach Hamburg-Sülldorf
Im Dezember 1969 zog das Referat Meereschemie in einen Labor-Neubau in
Hamburg-Sülldorf um.
5. Radioaktivität des Meerwassers
a) Neues Laboratorium
Im Jahr 1969 stand der Endausbau des neuen Laborgebäudes in Hamburg-Süll
dorf weitgehend im Vordergrund der Arbeiten. Anfang Dezember konnten wir aus
den seit 1960 benutzten provisorischen Arbeitsräumen in den Haupttrakt des neu
errichteten Laboratoriums umziehen.
Die radiologischen Laboratorien im Seitentrakt und ein unter der Erde gelegener
Spezialmeßraum sind noch im Ausbau begriffen. Diese Räume können voraus
sichtlich erst in der zweiten Hälfte des Jahres 1970 in Betrieb genommen werden.
b) Überwachung des Meeres auf radioaktive Beimengungen
Zur Überwachung des Meeres auf radioaktive Beimengungen wurden im Bereich
der Deutschen Bucht und der westlichen Ostsee insgesamt 28 Wasserproben und
53 Bodenproben entnommen und zur näheren Untersuchung im Labor aufge
arbeitet. Die Entnahme von Boden- und Wasserproben war mit in-situ-Messungen
der Brutto-y-Aktivität gekoppelt.
Die mit Hilfe des Meßnetzes kontinuierlich erfolgende Messung der y-Strahlen-
aktivität des Oberflächenwassers zeigte im Berichtsjahr keine über dem Normat-
pegel liegenden Spaltprodukt-Konzentrationen. Die Konzentration von Caesium 137
und Strontium 90 hat sich in der Deutschen Bucht und der westlichen Ostsee
gegenüber den Vorjahren nur geringfügig geändert (Abb. 14).
ln der Kieler Förde fanden wir im Boden erstmalig nachweisbare Mengen von
Caesium 137. Bisher war die Anreicherung des Bodens mit künstlichen Radio
nukliden hauptsächlich in Flußmündungsgebieten festgestellt worden, wie es auch
unsere früheren Untersuchungen im Gebiet der Elbmündung gezeigt hatten.
Für die Überwachungsaufgaben des y-Strahlen-Meßnetzes wurde ein neuer Ge
rätetyp entwickelt, der die zur Zeit betriebenen Geräte ersetzen soll. Es mußte auf
eine eigene Konstruktion zurückgegriffen werden, da geeignete Geräte auf dem
Markt nicht existieren. Die Neukonstruktion ist den Betriebsbedingungen an Bord