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24. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1969
e) Technische Arbeiten
Die Arbeiten des Physikalischen Labors waren im wesentlichen der Weiterentwick
lung und Verbesserung des Schleppmeßverfahrens („Delphin“) gewidmet. Dane
ben wurden die Planung und erste Beschaffungen für ein neu zu entwickelndes,
schleppbares Fluorometer begonnen, das nach der Impulslichtmethode arbeitet
und das für Messungen von bodennahen Diffusionsversuchen mit Testfarbstoffen
verwendet werden soll.
Neben den Arbeiten zur Verbesserung, Wartung und Reparatur der Temperatur-
und Salzgehalts-Meßanlagen auf dem Leuchtturm Kiel führte das Meßnetz-Labor
Entwicklungsarbeiten für einen Rotorstrommesser mit Datenfernübertragung über
ein längeres Einleiterkabel aus. Die Probe-Auslegung dieser Anlage in 800 m Ent
fernung vom Leuchtturm Kiel verlief erfolgreich. Eine angekoppelte fernsteuerbare
Aufschwimmeinrichtung bezweckt die Erleichterung der Wartung und die Wieder
aufnahme der Anlage.
Mit den zuständigen Fachleuten der Wasser- und Schiffahrtsverwaltung fanden
Vorbesprechungen über die Ausrüstung der im Elbmündungsbereich vorgesehe
nen Leuchttürme mit meereskundlichen Meßeinrichtungen statt.
Die Ausrüstung des FS „Meteor“ mit wissenschaftlichen Geräten und deren Nach
schub in fremde Häfen wurde nach nun öjähriger Betriebszeit zeitweise proble
matisch. In zunehmendem Maße ergaben sich Erneuerungs-, Ersatz- und Moderni
sierungswünsche, für die die vorgesehenen Haushaltsmittel nicht ausreichten.
Dank der Hilfsbereitschaft der DFG, die eine erhebliche Zahl von Instrumenten
beschaffungen über ihren vertragsmäßigen Anteil hinaus übernahm, sowie auch
der Unterstützung durch den Bundesminister für Bildung und Wissenschaft gelang
es, die dringendsten Lücken zu schließen.
Die für FS „Meteor“ beschaffte Kleinrechenanlage PDP 8 wurde durch den An
schluß mehrerer Zusatzgeräte erheblich flexibler in der Anwendung. Einem speziell
mit den Arbeiten an dieser Anlage betrauten Ingenieur gelang es, ein vollstän
diges Programm für die Bordauswertung der Bathysondenmessungen zu ent
wickeln, und zwar einschließlich der „Plotting-Simulation“ mit Hilfe einer ange
schlossenen Fernschreibmaschine. An Bord des FS „Meteor“ wurde während der
winterlichen Werftzeit durch Umbau des Labors 7 ein geeigneter Aufstellungsplatz
für diese Anlage geschaffen.
Die Planungsarbeiten für diverse Schiffsprojekte, insbesondere für das deutsche
Ozean-Wetterschiff sowie für die neuen Fischereiforschungsschiffe, wurden weiter
unterstützt.
f) Internationale Vorhaben
Die im Vorjahr begonnenen Arbeiten der Fachgruppe „Ozeanographie“ der Ar
beitsgruppe „Politik auf dem Gebiet der wissenschaftlichen und technischen For
schung“ wurden in den Monaten Januar/Februar intensiv wieder aufgenommen.
Zwei besondere Unterarbeitsgruppen erörterten die Möglichkeiten einer euro
päischen Zusammenarbeit auf den Gebieten „Meßnetze“ sowie „Meeresverschmut
zung“ und leiteten der Kommission der Europäischen Gemeinschaften diesbezüg
liche Berichte und Vorschläge zu.