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24. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1969
2. Seegangsuntersuchungen
a) Auswertung der Messungen von 1968 und aus früheren Jahren
Bei dem internationalen Seegangsmeßprojekt JONSWAP (JOint North Sea WAve
Project) vor Sylt im September 1968 waren von den Schiffen „Gauß“, „Walter
Körte“, „OT 2“ und „Föhr“ mit Hilfe von drei Meßbojen nahezu 100 Registrierun
gen des Seegangs gewonnen worden, die es gestatten, das Richtungsspektrum
des Seegangs zu messen. Die Berechnung der Energiespektren (ohne Richtungs
information) der Messungen wurde 1969 abgeschlossen.
Außerdem wurden 57 Spektren berechnet, die in Zusammenarbeit mit der Ozeano-
graphischen Forschungsanstalt der Bundeswehr, Kiel, auf verschiedenen Fahrten
mit dem Wehrforschungsschiff „Planet“ 1968 in der Nord- und Ostsee gemessen
worden waren. Diese Messungen dienten der Untersuchung des Einflusses des
Seegangs auf die Unterwasser-Ausbreitung von Schallwellen.
Die Auswertung der mit DHI-Wellenpegeln an 17 Orten in Küstennahe gewonne
nen Registrierungen wurde fortgesetzt.
b) Vorbereitung der Messungen Sylt 1969
Die organisatorische Vorbereitung auch des zweiten internationalen Seegangs
großversuchs vor Sylt*) lag zum überwiegenden Teil in den Händen des DHI. Die
Fa. U. Harms setzte nach unseren Angaben 9 Pfähle, die anschließend mit Meß
geräten zu bestücken waren. Die Aufnahmestation auf Sylt mußte wieder herge
richtet und erweitert werden. An den Arbeiten war die Versuchswerkstatt des DHI
wesentlich beteiligt.
Auf Grund der Erfahrungen aus den Messungen mit Meßbojen im Vorjahr wurden
die vorhandenen Seegangsmeßgeräte und Registriereinrichtungen gründlich über
holt und verbessert, damit auch Dauermessungen (alle 2 bis 4 Stunden) über
längere Zeiträume (4 Wochen) möglichst ohne Ausfall der Geräte durchgeführt
werden konnten. Da 1969 eine vierte vom National Institute of Oceanography
(Wormley/England) geliehene Pitch & Roll-Buoy von der Seegangsforschungs
gruppe eingesetzt werden sollte, wurde eine Zwischenelektronik gebaut, die die
Anpassung der Bojenausgänge an das zur Registrierung vorgesehene Magnet
bandgerät gestattete. Dabei wurde Wert auf einfache Bedienbarkeit gelegt, so
daß auch weniger geübte Personen zur Seegangsmessung eingesetzt werden
konnten.
c) Seegangsmessungen
Vor dem Hauptprojekt JONSWAP vor Sylt wurden vom 10. bis 20. Juni auf einer
weiteren Forschungsfahrt mit dem Wehrforschungsschiff „Planet“ in die Nordsee
28 Seegangsregistrierungen gewonnen.
Die Messungen für JONSWAP fanden im Juli 1969 statt und sind bei überwiegend
günstigem Wind erfolgreich verlaufen. Insgesamt standen 14 Meßstellen auf einem
geradlinigen, 160 km langen Profil zur Verfügung (Abb. 12). Das DHI arbeitete
auf den Schiffen VFS „Gauß“ (DHI), „Walter Körte“ (Wasser- und Schiffahrtsamt
*) Vgl. Jahresbericht Nr, 23/1968.