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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 3 (1875)

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unter ihnen und mannigfachen Entbehrungen gelitten, geistig sowohl wie kör- 
perlich. Andere haben diesen Einwirkungen kräftig widerstanden und diese 
und namentlich die jüngeren Leute führen das rauhe aber segensreich wirkende 
Leben eines Pflanzers, als Pioniere der-Cultur, im Kampfe mit der Natur und 
den ihnen bisher noch feindlich gesinnten Eingeborenen. 
Von diesen Pflanzern im Innern der Inseln und an den Küsten derselben 
sind zu unterscheiden die Bewohner von Levuka und diejenigen, welche sich 
nur zeitweise dort aufhalten. Der Unterschied in der Lebensweise, der Art der 
Beschäftigung und des Aufenthaltes bedingt auch natürlich den in den Gesund- 
heitsverhätnissen, welche aber im Allgemeinen bis auf die neueste Zeit hin, wo 
bisher dort noch nicht gekannte epidemische Krankheiten aufgetreten sind, nach 
den von Dr. Messer ausführlich gegebenen Nachweisen auch für die weisse 
Bevölkerung als ausserordentlich günstige zu bezeichnen sind, wenigstens für 
die schon längere Zeit dort Ansässigen und namentlich für die auf den Pflan- 
zungen thätigen Bewohner der Fiji- Inseln. 
Die Insel Zanzibar, ihre Natur, Klima und Küstenbeschreibung. 
Das britische Vermessungsschiff „Shearwater“ hat unter dem Commando 
des Commander Wharton i. J. 1873 die Küsten der Insel Zanzibar und des 
gegenüberliegenden Festlandes von Afrika zwischen Pangani Bai (in 1° 30 
Süd-Br.) und Räs Kimbiji (7° Süd-Br.), sowie den Kanal von Zanzibar genau 
vermessen und dadurch der Topographie und der Schifffahrt einen wesentlichen 
Dienst geleistet, indem diese Küsten und Meerestheile bisher nur schr mangel- 
haft und ungenau vermessen waren. 
Die Vermessungsresultate der „Shearwater“ sind von dem Hydrographi- 
schen Amte in London in der „Hydrographic Notice“ No. 16 vom 18. Mai 1875 
und in drei Karten (brit. Adm.-Karten No. 640, 663 und 665) veröffentlicht 
worden. 
Da die Insel Zanzibar neucrdings durch die Anwesenheit des Sultans von 
Zanzibar, Seid Bargasch ben Said, in Europa ein erhöhtes Interesse ge- 
wonnen hat, so dürften ausser jenen rein hydrographischen Ergebnissen, die wir 
weiter unten mittheilen, auch noch einige Angaben über die Natur und das 
Klima dieser Insel nicht ohne Interesse sein. 
Die ausführlichste Schilderung der Insel und Stadt Zanzibar, sowie ihrer 
Pflanzen und Thiere, der menschlichen Bevölkerung und ihrer staatlichen 
Verhältnisse findet man in dem anziehend geschriebenen Werke „Baron Carl 
Claus von der Decken’s, Reisen in Ost-Afrika in den Jahren 1859 bis 
1861. Bearbeitet von Otto Kersten, früherem Mitgliede der von der Decken- 
schen Expedition. Erzählender Theil Bd. I. (1869)“, in welchem das ganze erste 
Buch pag. 1—134 der Insel Zanzibar gewidmet ist. Diesem Werke, sowie den 
einleitenden Bemerkungen zu dem oben erwähnten Berichte des Commander 
Wharton, ferner einem früheren gleichfalls officiellen Berichte v. J. 1860 des 
damaligen britischen Consul und Agenten zu Zanzibar, Oberstlieutenant Rigby, 
welcher in Petermann’s Mittheil. 1861 pag. 249 und 261 wiedergegeben ist, 
endlich einem Aufsatze von Col. Sykes „Notes on the Possessions of the Imäm 
of Maskat, on the Climate and Production of Zanzibar etc.“ in dem Journal of 
the R. Geograph. Society, 23. Vol. 1853 pag. 101—120 entnchmen wir nach- 
stehende Angaben. 
Die Besitzungen des jetzigen Sultans von Zanzibar, Seid (heisst ursprüng- 
lich Herr) Bargisch ben Said, welcher im Jahre 1870 seinem Bruder Seid 
Madjid in der unabhängigen Herrschaft der afrikanischen Hälfte des früher 
bis 1856 vereint gewesenen arabischen Reiches der Imams von Maskat folgte, 
und der 1744 von Achmed ben Said, dem ersten Imäm (Vorbeter) von Maskat 
gestifteten arabischen Dynastie der Abu Saidi angehört, umfassen den ganzen 
Theil der Ostküste von Afrika, zwischen Magadosha (Mukdischa oder Mogadoxa) 
in ungefähr 2° Nord-Br. und Cap Delgado in 10° 41’ Süd-Br., also ein Gebiet
	        
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