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24. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1969
und -kutter vor. Für die nicht-bundeseigenen Forschungsschiffe plant man eine
zentrale Bereederung. Außerdem sollen Zentralstellen für Meßtechnik, für Doku
mentation und Datenverarbeitung eingerichtet werden.
An die Ausführungen des Vorsitzenden schloß sich eine Diskussion über die Situa
tion in der Abteilung N a u t i k an, in der wegen des zu geringen und stark über
alterten Personals die für die Schiffssicherheit wichtigen Aufgaben kaum noch be
wältigt werden können. Der Ausschuß hatte bereits 1966 in einer Entschließung auf
die Notwendigkeit einer Verbesserung des Stellenplans hingewiesen. Es wurde
beschlossen, in Anlehnung an die damalige Entschließung erneut an den Herrn
Bundesminister für Verkehr heranzutreten und ihn zu bitten, für die dringende
Vermehrung der Mittel und des Personals dieser Abteilung Sorge zu tragen, sowie
die Bewertung der Stellen der der anderen Abteilungen anzugleichen.
Im Verlauf der Sitzung wurden von Angehörigen des DHI folgende Referate
gehalten:
Reg.-Dir. Dr. Kautsky: Die Überwachung des Meerwassers auf Radioaktivität
und sonstige schädliche Beimengungen;
Reg.-Dir. An sorge: Das neue Vermessungs- und Forschungsschiff „Komet“;
ORR Dr. Bettac: Mitteilungen aus dem Seekartenwerk.
Aus den lebhaften Diskussionen, die diesen Vorträgen folgten, seien an dieser
Stelle nur folgende Feststellungen und Anregungen erwähnt:
Die Radioaktivität des Meerwassers wird vor den Küsten der Bundes
republik Deutschland an einigen festen Meßstationen ständig kontrolliert, außer
dem sind Meßstationen auf einigen Schiffen eingebaut. Handelsschiffe sind bislang
nicht mit solchen Geräten ausgerüstet, da die Kosten zu hoch sind. Die angehen
den Schiffsoffiziere erhalten Anleitung, um Strahlengefahren an Bord zu erkennen,
die z. B. durch beschädigte radioaktive Ladung entstehen können; die dafür be
nutzten Geräte sind aber nicht geeignet, um eine etwaige Radioaktivität des Meer
wassers nachzuweisen.
Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit Großbritannien und den USA, vor allem
um die angewandten Meßverfahren zu vergleichen und aufeinander abzustimmen.
Radioaktive Abfälle werden mit Zement oder Bitumen vermischt und dann in Eisen
fässern an bestimmten Stellen versenkt. Über die Haltbarkeit dieser Fässer können
noch keine zuverlässigen Angaben gemacht werden.
Die Verschmutzung des Meerwassers durch Industrieabfälle hat in eini
gen Gebieten bereits besorgniserregende Ausmaße erreicht. Firmen und Institutio
nen, die Abfälle irgendwelcher Art in die See einbringen oder versenken wollen,
sollen vorher ein Gutachten von einer der zuständigen Stellen einholen. Die inter
nationale Konvention über das Hohe Meer von 1958 verpflichtet in ihrem Arti
kel 25 alle Staaten zu Maßnahmen, die eine Verseuchung der See verhüten. Ein
internationaler Ausschuß ist gebildet worden, der sich mit der Frage der Meerwas
serverschmutzung befaßt.
Das Vermessungs- und Forschungsschiff „Komet“, über das Reg.-
Dir. Ansorge berichtete, konnte am Nachmittag von allen Sitzungsteilnehmern be
sichtigt werden.
Beim Seekartenwerk ist man immer noch um die beste Lösung der Frage be
müht, ob und gegebenenfalls in welchen Seekarten der Blauton für Flachwasser
gebiete bis zur 10-m-Tiefenlinie ausgedehnt werden soll. Die Küstenschiffahrt hatte
bereits in der vorjährigen Ausschußsitzung Bedenken gegen die Ausdehnung des
Blautones über die 6-m-Linie hinaus angemeldet und hält an diesen Bedenken
fest. Es ist deshalb geplant, bei Karten, deren Maßstab größer als 1:300 000 ist, den