Seeverkehrsbeirat
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Drucksachen sind jünger, 50% älter als 10 Jahre, d. h. neue Werke werden also
am häufigsten verlangt. Die Kurve läßt erkennen, daß von den älteren Werken,
die gleich häufig gebraucht werden, kein Jahrgang bevorzugt wird. Das älteste
entliehene Buch war 432 Jahre alt. Im übrigen ist die Altersverteilung recht
gleichmäßig: Bis zum Alter von 100 Jahren ist jeder Jahrgang vertreten. Erst bei
170 Jahren wird die Ausleihe spärlicher, aber auch 200 bis 300 Jahre alte Bücher
werden regelmäßig ausgeliehen.
Im Zeitalter der Computer-Technik und der Daten-Banken muß eine Fachbibliothek
am Puls der Entwicklung bleiben, um ihren Aufgaben gewachsen zu sein. In diesem
Sinne ist das Referat heute ein dynamisches Gefüge, das — unter Verwendung
geeigneter technischer Einrichtungen — Informationen aus aller Welt sammelt, auf
schließt und verteilt und das die anhaltende Kommunikationsflut nicht zuletzt in
Form von jährlich 12 000 Geschäftsvorgängen zu bewältigen hat.
III. DER AUSSCHUSS DES SEEVERKEHRSBEIRATES FÜR DIE ANGELEGEN
HEITEN DES DHl
Am 13. November 1969 fand die 25. Sitzung des Ausschusses des Seeverkehrs
beirates für die Angelegenheiten des DHl unter Vorsitz des Präsidenten im Gro
ßen Sitzungssaal der Bundesverkehrsbehörden in Hamburg statt. Man gedachte
zunächst des im Berichtsjahr verstorbenen Dr. Peter Kaltenbach, der dem Aus
schuß seit seiner Gründung im Jahre 1951 angehört hatte. Anschließend stellte
der Vorsitzende fest, daß von den Teilnehmern der ersten Sitzung im Jahre 1951
noch acht Mitglieder aktiv an der Arbeit des Ausschusses beteiligt wären. Fregat
tenkapitän Brohmann wurde als neues Mitglied des Ausschusses begrüßt. Dank
und Anerkennung für langjährige Mitarbeit sprach Prof. Dr. Roll den Kapitänen
Elson und Pieper sowie dem Fregattenkapitän a. D. Remien aus. Anschließend
nannte der Vorsitzende die Namen der Kapitäne, denen der Bundesminister für
Verkehr im Berichtsjahr die silberne oder bronzene Seewart-Medaille für beson
dere Verdienste auf dem Gebiet der Hydrographie verlieh (s. S. 21).
Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen wies Prof. Dr. Roll auf die personellen
Schwierigkeiten des DHl hin. Zwar habe der Bundesbeauftragte für die Wirtschaft
lichkeit in der Bundesverwaltung die Zuweisung einer größeren Anzahl von Plan
stellen empfohlen, aber bisher seien davon erst einige Stellen zugeteilt worden.
Auf der anderen Seite ließe aber das Gutachten des Bundesbeauftragten eine ge
wisse Ungleichheit erkennen in der Bewertung der Abteilungen Meereskunde,
Geophysik und Astronomie einerseits und der Abteilungen Nautik, Nautische Tech
nik, Seevermessung und Seekartenwerk andererseits. Diese Ungleichheit zum
Nachteil der unmittelbar für die Schiffahrt tätigen Abteilungen müsse beseitigt
werden.
Auf die Aktivitäten des DHl im Berichtsjahr eingehend, hob Prof. Dr. Roll die In
dienststellung des neuen Vermessungs- und Forschungsschiffes „Komet“ und die
Errichtung des neuen Isotopen-Laboratoriums in Sülldorf besonders hervor. Er er
läuterte dann das Programm zur Förderung der Meeresforschung und Meerestech
nik, das vom Bund und den Ländern gemeinsam mit der Deutschen Forschungs
gemeinschaft und der Industrie entworfen wurde. Das Programm enthält fünf For
schungsschwerpunkte und sieht den Bau einer Anzahl neuer Forschungsschiffe