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Full text: Jahresbericht 1969

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24. Jahresbericht des Deutschen Hydrographischen Instituts 1969 
Abb. 4. Bibliothekszugänge in den letzten 100 Jahren 
krieg. Während die Bibliothek in den Kriegsjahren 1914/18 immer noch einen 
gewissen Zugang hatte, drohte ihr im zweiten Weltkrieg ein völliges Absterben; 
im Jahr gingen schließlich nur noch 100 Bücher ein. Die unterschiedliche Aus 
wirkung der beiden Weltkriege ist das Beachtenswerte am Diagramm. Der erste 
Weltkrieg war von nachhaltigerem Einfluß auf die Bibliothek als der sogenannte 
totale Krieg 1939/45. Die Bibliotheksentwickiung schließt sich nach dem zweiten 
Krieg im großen und ganzen an die vor dem ersten Weltkrieg an, während sie in 
der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen unterbrochen wird, wie durch eine 
geologische Verwerfung. Die geistige Verbindung zwischen den Völkern ist 1950/70 
stärker als 1920/40, was sich augenfätiig am Erwerb im Schriftenaustausch aus 
wirkt. So betrachtet, spiegelt sich in der Zugangskurve die kulturell-geopolitische 
Entwicklung wider, die im Laufe der 100 Jahre statthatte. Die steile Spitze in den 
Jahren 1880-1885 ist ein makabres Signal staatlichen Beharrungsvermögens. Die 
Zugangskurve müßte eigentlich 1868 mit der Gründung der Norddeutschen See 
warte beginnen. Damals gingen auch schon Bücher ein, aber es fehlte an Personal; 
die Seewarte mußte die Bücher in Kisten verstauen. Erst etwa 10 Jahre später 
wurden ihr die Kräfte zum Klassifizieren und Aufstellen der Werke bewilligt, so 
daß die Bibliothek ihr ordnungsgemäßes Dasein erst 1885, d. h. 17 Jahre nach 
Gründung aufnehmen konnte. Das Zahlenmaterial der Abb. 4 stammt aus den 
Zugangsbüchern (Akzessions-Journale). Es ist nämlich die Eigenart der Bibliothek, 
daß jedem Band eine fortlaufende Nummer gegeben wird (numerus currens), 
und so konnten die Akzessions-Journale — erstes (Buchnummer 1 bis 1591) bis 
gegenwärtig benutztes 16. (ab Buchnummer 90137) — herangezogen werden. 
Außer in diesen Zugangsbüchern verzeichnet die Bibliothek ihre Bücher in einem 
systematischen Katalog mit 18 Abschnitten, der von 1890 bis 1934 gedruckt er 
schienen ist und seitdem auf Zetteln fortgeführt wird. Zu einem neuzeitlichen und 
wichtigen Instrument wurde der 1937 eingerichtete Alphabetische Verfasser- und 
Titelkatalog. Er wurde bis 1960 mit einem Schlagwortkatalog zusammen in einem 
Alphabet als Kreuzkatalog geführt, ab 1961 laufen ein Alphabetischer Katalog und
	        
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