Aufgaben und Probleme der Bibliothek
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„Physikalische Meereskunde“ mit 551.46. Die Begriffe werden stufenweise, die
ihnen zugeordneten DK-Zahlen dezimal unterteilt; so ist das Symbol für „Physi
kalische Eigenschaften des Meerwassers“ z. B. 551.463. Für den Gebrauch in der
Hydrographischen Dokumentation wurden von uns 500 DK-Zahlen zusammen
gestellt. Diese Anzahl reicht — wie die Erfahrung gelehrt hat - aus: Für die Hälfte
aller Dokumente genügt zur Inhaltsbeschreibung eine einzige DK-Zahl, für 40%
der Veröffentlichungen ist zur Beschreibung des Inhalts eine Kombination von
zwei DK-Nummern nötig, und für die restlichen 10% mehr als zwei. Obwohl die
Hydrographie heutzutage nicht mehr zur Geographie zählt, bezweckt sie letztlich
eine regionale Beschreibung; ein Viertel aller hydrographischen Publikationen ent
hält geographische Aussagen. Den Raum anzugeben, auf den sich die Informatio
nen beziehen, ist schwieriger als auf den ersten Blick scheint; es ist bereits un
möglich, sämtliche Seegebiete alphabetisch aufzuzählen, geschweige denn einer
Ordnung zu unterwerfen. Wir ordnen deshalb Meeresgebiete von ozeanischen
Ausmaßen nach dem System der Food and Agriculture Organization. Das Welt
meer bedecken danach zehn lückenlos aneinanderschließende Gebiete, die mit
Buchstaben bezeichnet sind. Ihre Unterteilung in Seegebiete von Meeresgröße
haben wir in einer Liste, die etwa 100 Bezeichnungen umfaßt, zusammengestellt.
Deren Teile, die zahlreichen Golfe, Küstengewässer und Meeresstraßen, sowie
nach Länge und Breite gegebene Positionen werden nach ihren Marsden-Quadra-
ten genannt. Die Informationen über die Dokumente werden auf Karteikarten fest
gehalten: Die Publikation wird bibliographisch hinreichend ausführlich zitiert, ihr
Sachverhalt durch DK-Zahlen angegeben und der geographische Aspekt in der
eben geschilderten Weise vermerkt. Wöchentlich erscheinen solche Karteikarten
und zwar jeweils 3 Wochen nach Eingang des entsprechenden Dokuments, Im
Offset-Verfahren werden 20 und mehr Stück jeden Exemplars nach Bedarf ge
druckt. So werden im Hause 2000 verschiedene Karten pro Jahr verteilt, 23000 pro
Jahr an Abonnenten im In- und Ausland verschickt, etwa 2000 jährlich an die
wissenschaftlichen Mitarbeiter im Schwerpunktprogramm „Sandbewegung im deut
schen Küstenraum“ abgegeben u. a. m. Bei uns stehen bis jetzt 250000 Karten
zur Auskunftserteilung nach Autorennamen, Sachgebieten, Meeresräumen usw.
bereit. Schließlich muß noch betont werden, daß die Hydrographische Dokumen
tation eine „Originaldokumentation“ ist, d. h. ihre Informationen werden Original-
Publikationen, nicht sekundären Quellen entnommen. Hierzu dienen die Zu
gänge der
Bibliothek.
Sie hat jetzt 80000 Bände und ist von der Deutschen Forschungsgemeinschaft als
überregionale Spezialbibliothek für das erdwissenschaftliche Schrifttum der
Meereskunde in deren Übersicht über die Sondersammelgebiete aufgenommen
worden. Die Bibliothek ist von der Norddeutschen Seewarte der Bestandteil, der
bis heute erhalten geblieben ist und der - schon rein dinghaft — die Tradition des
Hauses verkörpert. Sie wird heute gemeinsam vom Deutschen Hydrographischen
Institut und vom Seewetteramt des Deutschen Wetterdienstes verwaltet. Das
Wachstum der Bibliothek in den vergangenen hundert Jahren zeigt die Abb. 4.
Die Zugänge pro Jahr liegen zwischen 1000 und 2000 Büchern und schwanken
beträchtlich. Bei näherem Zusehen fallen drei Wachstumsperioden auf: Vor dem
ersten Weltkrieg, zwischen den beiden Weltkriegen und nach dem zweiten Welt-