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Full text : Wasserstandsvorhersage mittels neuronaler Netze (BSH-Berichte, Nr. 15)

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Daten  Ausreißer  vorhanden  sind.  Sind  die  Ausreißer  real  (z.B.  Sturmfluten),  kann  der  Verlust
erwünscht  sein,  wenn  damit  gleichzeitig  ein  Anstieg  der  Genauigkeit  der  Vorhersage  von
Extremsituationen  verbunden  ist.  Beruhen  die  Ausreißer  auf  irgendwelchen  Fehlern,  ist  der
Verlust  an  Generalisierungsfähigkeit  unerwünscht.  Es  muß  daher  eingehend  geprüft  werden,
ob  diese  Ausreißer  wirklich  in  der  Natur  vorgekommen  sind,  oder  ob  sie  auf  Fehlern
beruhen.  Werden  sie  nach  bestem  Wissen  und  Gewissen  als  fehlerhaft  beurteilt,  müssen  sie,
um  die  Netze  nicht  mit  pathologischen  Daten  zu  belasten,  eliminiert  werden.  Werden  die
fehlerhaften  Ausreißer  aus  den  Zeitreihen  entfernt,  hinterlassen  sie  dort  Lücken.  Sie  müssen
aus  bestimmten  Gründen  zum  Teil  gefüllt  werden.  Die  Ausreißererkennung  und  das  Warum
und  Wie  der  Lückenfüllung  wird  in  Kap.4.2.2  beschrieben.
Nachdem  die  Zeitreihen  durch  die  Prozedur  der  Lückenfüllung  gelaufen  sind  (Kap.4.2.2),
werden  sie  einer  Trendanalyse  unterworfen.  Die  berechneten  Trends  werden  aus  den  Daten
eliminiert  und  im  Rahmen  globaler  Klimaänderungen  diskutiert  (Kap.4.2.3).  Die  trendeliminierten ­
  Zeitreihen  schließlich  werden  einer  Vorverarbeitung  (bzw.  Normierung)  unterzogen.
Die  Bedingung  der  Vergleichbarkeit  der  Komponenten  der  Lernvektoren  erfordert  eine  Überführung ­
  der  Verteilung  der  Daten  in  die  Standardnormalverteilung.  Da  diese  Überführung
bzw.  Transformation  zunächst  nur  für  einen  beliebigen  geographischen  Punkt  gilt,  wird  sie
auf  die  geographisch  weiträumige  Datenbasis  (Nordwest-Europa)  hin  erweitert  (Kap.4.2.4).
4.2.1.  Überprüfung  auf  Zufälligkeit
In  Abb.4.5  sind  die  Spektren  und  Verteilungen  des  gemessenen  Pegels  bei  Cuxhaven,  der
Gezeitenvorausberechnungen  für  diesen  Ort  und  des  Staus  abgebildet,  der  sich  durch  die
Subtraktion  der  Vorausberechnungen  von  den  Pegelmessungen  ergibt  (Kap.4.1.1).  Das  Spektrum ­
  der  Vorausberechnungen  wurde  in  detaillierterer  Form  schon  in  Kap.2  gezeigt
(Abb.2.2).  Durch  die  gleiche  Skalierung  der  Spektraldichte  ist  in  den  Spektren  zu  erkennen,
daß  durch  die  Subtraktion  der  Vorausberechnungen  die  harmonischen  Schwingungen  von  den
Pegelmessungen  eliminiert  werden.  Während  das  Spektrum  der  Pegelmessungen  sich  aus  verschiedenen ­
  mehr  oder  weniger  hohen  Spitzen  bzw.  Spitzenbüschel  und  einem  relativ  kleinen
Breitbandspektrum  zusammensetzt,  sind  die  Spitzen  bzw.  Spitzenbüschel  in  dem  Spektrum
des  Staus  verschwunden.  Übrig  bleibt  das  Breitbandspektrum.  Ähnlich  verhalten  sich  die  Verteilungen. ­
  Die  Verteilung  der  Pegelmessungen  ist  durch  den  dominierenden  harmonischen
Anteil  im  wesentlichen  bimodal  (zweigipflig).  Die  Bimodalität  ist  bei  den  rein  harmonischen
Vorausberechnungen  folglich  stärker  ausgeprägt  als  bei  den  Pegelmessungen.  Nach  der  Subtraktion ­
  der  Vorausberechnungen  ist  die  Bimodalität  in  der  Verteilung  des  Staus  verschwunden. ­
  Die  Verteilung  ist  jetzt  unimodal  (eingipflig).
In  Abb.4.6a  und  b  sind  die  Spektren  und  Verteilungen  der  meteorologischen  Größen  nach
dem  Gesamtansatz  abgebildet  (Kap.4.1.2).  Die  Spektren  wurden  in  diesen  Fällen  nicht  gleich
skaliert  wie  bei  den  Pegeldaten.  Auch  bei  den  meteorologischen  Größen  ist  die  Kopplung
zwischen  Spektren  und  Verteilungen  zu  erkennen.  Je  stärker  der  harmonische  Anteil  in  den
Zeitreihen  ist,  desto  stärker  sind  die  Spitzen  in  den  Spektren  ausgeprägt  und  desto  bimodaler
sind  die  Verteilungen.  Der  harmonische  Anteil  ist  in  diesen  Fällen  -  wenn  vorhanden  -  im
wesentlichen  durch  den  Jahresgang  geprägt,  besitzt  also  hauptsächlich  eine  Spitze  im
niederfrequenten  Bereich  der  Spektren.  Den  stärksten  harmonischen  Anteil  von  allen  meteorologischen ­
  Größen  des  Gesamtansatzes  besitzt  die  Lufttemperatur  (Abb.4.6b  oben).  Wird  von
ihr  die  Wassertemperatur  subtrahiert,  stellt  sich  ein  ähnlicher  Effekt  ein  wie  bei  der  Subtraktion ­
  der  Vorausberechnungen  von  den  Pegelmessungen.  Der  harmonische  Anteil  wird  zu
einem  Großteil  entfernt.  Im  Gegensatz  zur  Lufttemperatur  ist  im  statischen  Luftdruck  und
            
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