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Volltext : Wasserstandsvorhersage mittels neuronaler Netze (BSH-Berichte, Nr. 15)

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4.2.  Vorbereitung
In  Kap.3.3.3  wurde  darauf  hingewiesen,  daß  der  Datenvorbereitung  (u.a.  der  Datenvorverarbeitung)
  ein  breiterer  Raum  gewidmet  werden  muß.  Die  Vorbereitung  wird  in  diesem
Abschnitt  beschrieben.  Er  ist  stark  mit  den  beiden  folgenden  Abschnitten  der  Selektion  der
Daten  (Kap.4.3)  und  des  Lernverfahrens  (Kap.5.1)  verwoben.  In  Kap.5.1  wird  beschrieben,
warum  die  Größe  der  Kohonen-Netze  von  der  Anzahl  der  Eingangssignale  bzw.  der  Lernvektoren ­
  abhängig  gemacht  wurde.  Es  wurde  eine  lineare  Abhängigkeit  gewählt,  d.h.  eine  direkte
Proportionalität  zwischen  der  Anzahl  Neuronen  und  der  Anzahl  Lernvektoren.  Das  hat  zur
Folge,  daß,  je  größer  die  Anzahl  der  Lernvektoren  gewählt  wird,  desto  größer  die  Kohonen-Netze
  werden.  Sie  können  so  groß  werden,  daß  eine  herkömmliche  Workstation  den  Lernvorgang ­
  nicht  mehr  in  akzeptablem  Zeitrahmen  bewältigen  kann.  Aus  diesem  Grund  ist  eine
Reduktion  der  Daten  erforderlich.  Dabei  wird  u.a.  wiederum  das  Konzept  der  Repräsentativität ­
  berücksichtigt.
Aus  den  Basisdaten  (Kap.4.1)  werden  alle  Vektoren  eines  vorgegebenen  Zeitmusters
erzeugt  (Zeitmustervektoren),  die  aufgrund  des  Meßabstands  und  der  Länge  der  Zeitreihen
maximal  möglich  sind.  Dabei  werden  die  Zeitreihen  in  Richtung  zunehmender  Zeit  durchlaufen. ­
  Die  resultierende  Menge  aller  möglichen  Zeitmustervektoren  ist  somit  zeitlich
geordnet  (Zeitmustervektormenge).  Nach  [Anders  93]  können  Zeitmustervektoren  auch  mit
"m-histories"  bezeichnet  werden  und  die  Zeitmustervektormenge  mit  "umgebender  Dimension
M".  Um  der  Verständlichkeit  willen  werden  die  unterstrichenen  Begriffe  bevorzugt.  Die
Länge  der  Zeitmustervektoren  ist  je  nach  Zeitmuster  gleich  oder  ungleich  der  effektiven
Musterlänge  (Kap.4.2.2  und  Kap.4.3).  Nachdem  die  Basisdaten  als  Zeitmustervektormenge
organisiert  sind,  wird  aus  dieser  Menge  eine  Untermenge  (oder  sub-sample)  an  Lernvektoren
selektiert  (Kap.4.3).
Diese  Untermenge  muß  aus  Gründen,  die  in  diesem  Abschnitt  dargelegt  werden,  einer
Vorverarbeitung  (bzw.  Normierung)  unterzogen  werden.  Der  eigentliche  Zweck  dieser  Prozedur ­
  ist  es,  die  Werte  der  Komponenten  der  Lern-  bzw.  Eingabevektoren  vergleichbar  zu
machen  [Ultsch  91a],  Die  Vorverarbeitung  geschieht  für  jede  Vektorkomponente  separat  und
muß  in  umgekehrter  Reihenfolge  der  einzelnen  Teilschritte  auch  als  Nachbearbeitung  auf  die
Ausgabe,  d.h.  die  Vorhersage  der  neuronalen  Netze,  angewandt  werden.  Dabei  kann  es
geschehen,  daß  die  Berechnungen  nicht  durchführbar  sind.  Während  der  Vorverarbeitung
werden  bestimmte  statistische  Parameter  berechnet,  die  auch  für  die  Nachbearbeitung  benötigt
werden.  Diese  Parameter  sind  sehr  stark  auf  die  Verteilung  der  jeweiligen  Vektorkomponente
zugeschnitten  und  können  daher  u.U.  nicht  auf  Vorhersagen  angewandt  werden,  die  von
dieser  Verteilung  sehr  abweichen.  Darum  ist  es  sinnvoller,  die  statistischen  Parameter  der
Vorverarbeitung  nicht  auf  Basis  einer  verhältnismäßig  kleinen  Anzahl  selektierter  Daten  zu
berechnen,  sondern  auf  der  Basis  einer  größeren  Anzahl,  nämlich  sämtlicher  zur  Verfügung
stehenden  Daten  (auf  Basis  der  umgebenden  Dimension  M).  Da  aber  jede  Komponente  der
Zeitmustervektoren  aus  fast  allen  Werten  der  jeweiligen  Originalzeitreihe  besteht,  folgt
daraus,  daß  die  Parameter  der  Vorverarbeitung  nicht  aus  den  jeweiligen  Vektorkomponenten
der  selektierten  Lernvektoren,  sondern  aus  den  Originalzeitreihen  selbst  berechnet  werden
können,  vorausgesetzt:  effektive  Musterlänge  m  «  n  =  Länge  der  Zeitreihen.  Damit  ist  für
eine  maximale  Repräsentativität  der  statistischen  Parameter  gesorgt.  Dadurch  können  extreme
Parameter  vermieden  werden,  so  daß  die  Nachbearbeitung  höchstwahrscheinlich  in  allen
Fällen  durchführbar  sein  wird  (im  Forecastmodus  des  Wasserstandsvorhersagedienstes).  Allerdings ­
  wird  dabei  vorausgesetzt,  daß  die  statistischen  Parameter  auf  die  unbekannte  Zukunft
anwendbar  sind.  Anwendbar  sind  sie  nur  dann,  wenn  die  Arbeitshypothese,  daß  aus  der  Ver ­
            
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